Druckschrift 
1 (1831)
Entstehung
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

— 58 —

Es scheint, daß seine geldrische Gemahlin, Mechthil-de, große Schätze ihm zugebracht und er von diesem Um-stand vielleicht den Namen des Reichen erhalten, wennnicht der Umstand, daß er alles Gut der Einzcllinicn sei-ner Familie ererbt, hiezu vielleicht an und sür sich schonAnlaß gegeben. Man findet auch Schriftsteller, welche ihnmit einem andern Grafen gleiches Namens verwechseltglauben.

Heinrich !l. war ein äußerst frommer Herr, und Klö-ster und Stifter erfreuten sich vielleicht größerer Milde,als Unterthanen und Leibeigene. Der teutsche Orden,Kloster Schönau, das Erzstift und die St. Pctcrskirchezu Köln, die Gnadenhäuser Bcsclich, Elisabcthenthal,Keppel, Guadenthal und Arnstein erfreuten sich in ver-schiedenen Zeiträumen reicher Begünstigungen, Vorrechte,Zinsen und Gülten. All diese Dinge sind für Archive wich-tiger, als für Geschichtbücher anziehend.

Nichtsdestoweniger zeigte sich der Graf keineswegs alsunbedingten Knecht priesterlicher Laune; er handhabtestreng und kräftig seine Rechte gegen verwegene Eingriffederselben. So trug er dem Erzbischof Dieterich von Trierlangen Haß, welcher bisweilen in offener Fehde kundward. Er scheute selbst die Strafen der Kirche nicht, undlegte einst Hand an den Prälaten, bis er gefangen sichihm ergab (1213). Nur unter harten Bedingungen gaber ihn frei. Der Erzbischof suchte sowohl gegen künftigeÜberfälle sich zu schützen, als für den erlittenen SchimpfRache zu nehmen. Er erbaute die Burg Thabor (Monta-baur), ein Bcrgschloß in der Nähe des nassau'schen Ge-bietes, eine mißlungene Travestie des biblischen Berges,darauf der Herr einst verklärt worden. Dieses Werk sei-ner Hände sollte die neue Herrlichkeit Dietcrichs anzeigen.Der Graf sah der Sache nicht ganz gleichgültig zu und