Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
350
Einzelbild herunterladen
 

— 330 —

Um trotzigen, gewaltsamen und raublustigcn Vasallendas Handwerk für die Ankunft zu verleiten, und dem oftmißhandelten Recht einen kräftigen Arm zu verschaffen,hatte Johann schon früher einen Stuhl der heiligen Fchmin seinem Lande errichtet. Der Sitz desselben wurde die BurgGingsberg. Von da ans ging Schrecken unter viele adelichcund gemeine Bösewichtcr. Der Bezirk dieser neuen Frcigras-schaft erstreckte sich von den Gränzen der westphälischen Herr-schaft Beilstcin, bis an die Marken der Grafschaft Sayn.Winckin von Ailchcnbach erscheint, vom Könige Wenzel bestä-tigt, als der erste Richter des Stuhles. Seine nähere Ein-richtung , so wie die Dauer seiner Wirksamkeit können nichtmit Gewißheit erhoben und angegeben werdenDas Guteaber, welches er bewirkt, mag die Mißbräuchc weit anfgcwo,gen haben, denen ein Tribunal von der Beschaffenheit, wiedas angedeutete, seiner innern Natur und der Aeitlage nach,nothwcndigcrwcise ausgesetzt seyn mußte. Die heilige Fchmwar eine juristische sowohl als politische Nothwendigkeit wäh-rend verschiedener Perioden des Mittelalters und siesteuerte, wenn auch nicht dem Bösen selbst, doch dem Ueber-maß des Bösen. Heftige Leidenschaften und arglistige Heu-chelei konnten wohl oft unter das Gewand derer sich verste-cken, welche den schauerlichen Richtcrmantcl trugen; aber dieMehrzahl ihrer Glieder gehörte doch unstreitig zu den tugend-haftesten, wenn auch furchtbarsten, Männern ihrer Zeit.

Nach der thaten- und schicksalvollcn Regierung seines mehrals eines halben Jahrhunderts, und nachdem er noch die Er-niedrigung des Königs Wenzel, seines alten Gönners'"""'), auf

") Zur. et IZiztor. Zzg^. 1Z98-

Gleichwohl hatte er sich einmal (4Z74) bei einem Feldzugc des