ses, alle von Kaisern undKönigen weiland seinen Vorfahren er-theilten Briefe. Dafür empfing er eine jährliche Summe vonJohann ans dem Zoll zu Lahnstein. Worms genehmigte denVertrag und belehnte Nassau unverzüglich. Auch Johannvon Sayn gab sich zufrieden und lud die Vasallen der Herr-schaft zur Unterwürfigkeit gegen den Käufer ein. In derZahl derselben bemerkt man vorzüglich die Wicken, Seldach,Waldersdorf und Wcstcrburg, durch Glück und Unglück fürNassau bedeutsame Namen. Trotz dem, daß alles nun be-reinigt schien, erlebte dennoch Johann die faktische Einsetzungin den Besitz von Grciffensicin nicht mehr, sondern dies warerst seinen Nachkommen vorbehalten.
Den Verhandlungen um Greiffensiein folgten jene überden Vollzug der Lehens - Unterwürfigkeit der ReichsgrasschaftWitrgcnstcin, welchem sich die Glieder dieser Familie be-harrlich seitdem entzogen. Siegfried, der letzte des Manns-stammes darin, hatte noch im Jahr IZäZ vom Grafen Hein-rich die Velchnung mit den Erbburglchen erhalten, welcheNassau sonst wohl verliehen. Nach seinem Hinschcid solltenseine Besitzungen an Graf Dietcrich von Solms, den Ge-mahl der altern Tochter, Mathilde, fallen; allein der Ge-mahl der jünger» Tochter, Salcntin von Sayn, wußte raschund schlau, und die Gutmüthigkeit seines Schwagers tauschend,sich in den ausschließlichen Besitz der gesammten Grafschaftzu setzen und jenen mit einer Geldsumme abzufinden. Seinältester Johann III., durch Räubereien und Gewaltthaten al-len benachbarten Fürsten, Dynasten und Städten verhaßt,ward von einem förmlichen Bunde, den der Landgraf vonHessen mit Nassau-Dillenburg und verschiedenen Grafen undEdlen schloß, angegriffen und nach zwei Jahren verzwcif-lungsvvllcr Vertheidigung gefangen nach der Dillenburg ge-bracht. Er mußte harte Bedingungen sich gefallen lassen,bis er seine Freiheit wieder erhielt, alle Feindseligkeiten undRäubereien, namentlich im Gebitc von Nassau und den da