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Burg Licbenscheid nur wenig; weist hielt er sich in Westfa-len, wo er als Landdrost von Arcnsberg eine Rolle spielte,und in Köln, wo er Hofmeister Erzbisichof Adolfs war, sichauf. Er galt für einen so geistreichen als vielerfahrcucnMann, dessen Rath Fürsien und Staatsmänner mit Begierdesuchten. Bei den meisten Verträgen, Heurathabrcden undBündnissen hoher Personen jener Periode findet man bestän-dig den Namen Bernhards von Nassau, bald als Vermitt-ler, bald als Zeugen. Mit scharfem Verstand und nngcmci-ner Geschäftskcnntniß verband er den redlichsten Willen undden gediegensten Charakter. Er liebte Frohsinn und heiternScherz; doch verwickelte sein kaustischer Humor ihn oftmalsin unangenehme Händel, von denen der mit Graf Hermannvon Mors während eines Hoffcstcs zu Köln im Jahr 1SS0keiner der geringsten war f.
Als Gras Johann V. zu Sayn starb, suchte ihn die Ver-wandschaft vor allen andern zum Vormund der hinterlassenenWaisen. Er selbst hatte übrigens für die ehelichen Verhält-nisse keinen Sinn, sondern starb, völliger Freiheit des Herzensfroh, ohne Weib und Kind zu Licbenscheid. Johann III.ward demnach jetzt sein alleiniger Erbe""H.
Ungewöhnlich lang lebte und waltete dieser, obgleich fastgar nichts Denkwürdiges von ihm gefunden werden mag.Man weiß blos, daß er die Beziehungen seiner Vorfahrenzum Kölncrhofe fortsetzte, bis die Pfandschaftcn völlig abge-löst waren. In des Churfürsten Hermann Gefolge erschiener bei der Kaiser-Krönung Karl V. in Aachen und auf dem Köl-nischen Landtage in Bomm""'). Als die meisten Mitglieder
H Die Urkunde, welche Arnold! aus einem Archive in seinenMisccllen mitgetheilt hat, enthält die anziehenden Einzelheitendieses Ehrcnstrcites. (Siehe unten Beilage II.)
1515 — 1556.
"») 15 ZV. 1521.