Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
323
Einzelbild herunterladen
 

Diether von Jsenburg um den Stuhl von Mainz eine An-zahl Jahre nach den vorerwähnten Begebnissen sich entzündet,Heinrich zum Schiedrichler zwischen Adolf und Friedrich vonVor Pfalz ernannt wurde. Es beweist, wie seiw sein Charak-ter und seine Gesinnungen allgemein geachtet waren.

Wenn einerseits die Gunst fürstlicher Freundschaft wan-delbar und uncrkcnurlich sich zeigte, so zog auch andererseitsHeinrich aus solcher Theilnahme an srcmdcn Händeln undfremdartigen Interessen weder für sein Hans, noch für seinLand großen Gewinn; denn während neue Herrschaften undRechte pfaudschafrlich erworben wurden, verschlechterte sich,aus Mangel an Besorgung, der Zustand der bereits besessenen.Die ganze Verwaltung wurde fast ausschließlich dem Bruderüverlassen. Zwar bestellte er HanS von Selbach zum Vogtauf Liebenscheid und traf manche nützliche Anordnung; auchschloß crmitSayn nnd Wicd cin Bündniß zu Erhaltung innernFriedens und Abwehrung schädlicher Läufte. Aber sein Armwar zu schwach und zu viel vertheilt, um allenthalben abzu-wehren. Das Land litt deßhalb oft und sehr unter den end-losen und vielgestaltigen Fehden. Er starb zu Bonn und hin-terließ seinen Neffen gleichen Namens wie er, in einem eige-nen Letztwillen, zum Erben.

Unter Heinrich IV. wurden beide Laudcstheile von Nas-sau-Beilstein wieder vereinigt. Johanns I. einziger Sohn,aus der Ehe mit Johanna von Gchmcn, wurde bcrcils im 8.oder 9. Jahre mit der zweijährigen Grafin Eva von Saynverlobt. Bei seinem Ohm Heinrich erzogen und am HofcErzbi-schof Ruprechts zu Köln weitergebildet, erhielt er von Beidenschon frühe manche Begünstigungen. Noch vor dem 20. Jahrvollzog er wirklich mit seiner Braut das Bcitagcr, ward vondem Vater mit zur Verwaltung des Landes gezogen und er-hielt dieselbe ausschließlich im Jahre

Daö Hofleben schien ihn so ziemlich angesprochen zu ha-ben, denn abwechselnd treffen wir ihn bald zu Köln, bald zu

21