Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
306
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') Ihr Vater war Siegfried V. von Westcrl'urg.**) O. 6. Weihnachten tZ»z.

Acht gesetzt, daß er vielmehr mit den Westerburgern in ge-nauer Verbindung siehe und verführt von den Reizen derschonen Tochter Reinhards "), in unwürdigen Banden seufze.Amöna (sousi auch Meyna und Möne genannt) hatte dasin vollem Grade, was ihr Name ausdrückt. Doch schien sienoch mehr durch ihren Verstand über den Geliebten geherrschtzu haben. Der Zorn des alten Grafen verdoppelte sich, alsder Jüngling, seines Berufes und der Kirchcnvcrbotc unciu-gcdeuk, mit der Gebieterin seines Herzens insgeheim einenförmlichen Ehebund schloß, und, um alle Folgen unbekümmert,in ihren Armen blos der süßen Leidenschaft sich, hingab.Bald fand er Gelegenheit, Herrn Reinhard, den er als Stif-ter des Ganzen ansah, in seine Gewalt zu bekommen. Erurtheilte jedoch selbst nicht über ihn, sondern bestellte Schieds-richter. Diese, nach genauer Prüfung der Umstände, spra-chen sich für völlige und glänzende Genugthuung aus, welcheReinhard dem Grafen zu leisten habe. Es scheint nicht, daßdieß sobald geschehen sey, und demnach blieb Herr Reinhardnoch längere Zeit hindurch Gefangener. Heinrich der Jün-gere dagegen ließ seinerseits vom Weibe seines Herzens nichtab, sondern war entschlossen, alles für sie zu wage».

Durch die Last der Jahre gebeugt, durch Arbeiten er-müdet und vom Streit des Lebens angccckelt, vertraute Hei»rieh die meisten Zweige der Verwaltung seines Landes demältern Sohne Otto an. Seit der Geschichte mit Westcrburg hatteer nur wenig unruhige Momente mehr, wenn wir einen vor-übergehenden , durch drei Spczialverglcichc geschlichteten,Zwist mit Erzbischof Walrain von Köln, die Gemeinschaft anSiegen betreffend, abrechnen; vielmehr überraschte ihn, anEhren und au Jahren reich (er erlebte das achtzigste Jabr),