ihn umgestempelt haben. Nach harter Gefangenschaft und kosnspicligcr Lösung wohnte er neuen Kämpfen an König AdolfsSeite bei, namentlich aber in dem Feldzugc Guido'ö von Flan-dern gegen König Philipp den Schönen von Frankreich. MitAlbrecht von Oesterreich söhnte er sich nach dem Falle Adolfsauf ehrenvolle Weise aus. Dem Erzbischos Wikbold vonKöln verbündet, stritt er gegen dessen Feinde, die Grafen vonder Mark und erhielt von dem Nachfolger des Prälaten ei-nige Entschädigung für seine Dienste.
Nach diesen Begebenheiten wendete er seine Sorgfaltzum erstenmal recht dem ererbten Lande zu. Die Stimmungdes inngcsessencn Adels und die Gesinnung benachbarter Dy-nasten eröffneten ihm einen reichen Spielraum. Die schwersteNoth bereiteten ihm die Gaucrben von Dcrnbach, eine aus-gebreitete, und einflußreiche Familie, welche in der Mark Hcr-born häufig die landesherrlichen Rechte schmälerte und sogardurch Ucbcrlassnng ihrer Burg zwischen Hcrbvrn und Selbachan Hessen Mittel suchte, unter dem Schutze der Landgrafensich allem Nassan'schcn Lcheusvcrbande gänzlich zu entziehen.Der Graf machte in großem Grimm sich auf und zerstörtediese Burg. Dafür erbaute er, den Dcrnbachcrn, wie an denLandgrafen zum Trotz und Schimpf, eine neue, hart an derHessischen Gränze und nannte sie Dr in gen stein. Darüberkam eS zu mancher bittern Erklärung und gegenseitigen Necke-reien ohne besondere Entscheidung und Folgen, bis der Bi-schof von Münster, die Grafen von der Mark und Wittgcn-stein und der kaiserliche Landvogt Eberhard von Brcnbcrg,sich ins Mittel legten. Aber erst die Hauptvcrglcichc von 1ZZZund 1Z52 räumten die ticfcrlicgendcn Gründe des Streitesund die wesentlichen Hindernisse der Aussöhnung zwischen Nas-sau und Hessen weg.
Die Dernbachcr verzichteten auf alles , was sie in Hcr-bvrn und in der Hcrbermark besaßen zu Gunsten des GrafenHeinrich; nur eine Anzahl Hofe behielte» sie noch, unter Zu-