fand nimmermehr Ruhe, sondern es erfüllte ihn fast aus-schließlich der Kampf für und für, vom Anfang bis zum Endeseines öffentlichen Lebens.
Nachdem er für sich selbst nicht mehr zu ringen hatte,wurde er in fremde Händel hineingezogen, namentlich aberin die unübersehbare Reihe von Verwicklungen, welche dieunbeholfene Politik Kaiser Friedrichs III. und der kühne Ehr-geiz des streitbaren Herzogs Karl von Burgund über Tcutsch-land und andere Staaten herbeigeführt. Wir werden jedochdie Theilnahme des Prälaten an diesen Dingen im Zusammen-hange mit seinen übrigen Schicksalen und Verrichtungen schil-dern, über welche freilich die Quellen weit sparsamer fließen, alsüber die Geschichte des unglückseligen Streites mit Jscnburg,den bei weitem wichtigsten Moment seines Lebens.
Gleich beim wirklichen Antritt seines Regiments entwi-ckelte er eine außerordentliche Kraft und Beharrlichkeit in denGeschäften der Verwaltung, wie er es früher bei kriegerischenHandlungen gethan. Der politischen Verhältnisse allseits kundig,versäumte er nichts, was in seiner Stellung ihn befestigenund den alten Ruhm seines Hauses aufrecht erhalten konnte»Nach Außen und Innen zugleich war seine volle Thä-tigkeit gerichtet, und in Handhabung weltlicher Gesetze undkirchlicher Einrichtungen zeigte er dieselbe Ucbcrlegcnhcit dcSVerstandes über seinen allzumildgesinntcn Vorgänger Dicthcr,als er sie früher in Beurtheilung und Behandlung diplomati-scher Geschäfte bewiesen hatte.
Kaum waren die Wirren um die Chur und den Erzstuhlgänzlich erledigt, als er mit König Podicbrad von Böhmen,dem sogenannten „Ketzer-Könige," das alte Bündniß er-nencrte, welches weiland sein Vorfahr und Ahnherr, Gcrlachvon Nassau, mit den Königen Karl und Wenzcslaus geschlos-sen. Ebenso stärkte er sich durch Bündnisse mit Brandenburgund Würtcmberg. Aus letzterem Hause wählte er sich auch,um dessen Glieder noch enger an sein Interesse zu fesseln,