Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
215
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selben Tage, an welchem dieser seiner Rechte auf Mainz sichbegeben, von aller crzbischöflichen Gerichtsbarkeit und von al-ler Abhängigkeit gegenüber dem Erzbischvf, dessen Familie unddem Seifte Mainz, ihn los, und erklärte ihn förmlich als„nnbchaft, lcdig, frei und unvcrpflichtbar, für jetzt und seinLebtag."

Am 28tcn Oktober, am Jahrestag der Zerstörung vonMainz, ward der Abtrctnngsakt auf feierliche Weise und voll-ständig zu Frankfurt am Main, auf dem Römer, in Gegen-wart Adolfs, Heinrichs und vieler Edlen, Ritter und Räthe,vorgenommen. Nach Verlesung der Zeilsheimer Friedcnsur-knndc und anderer darauf sich beziehenden Briefe bestätigtendie Gewaltbotcn des Pabstcs das Geschehene. Ein feierlicherSchwur besiegelte dasselbe; und nun übergab Dicthcr vonJseuburg an den von Nassau das Chnrsürsicuschwerdt, wel-ches er mit so vielem Ruhm und blos zum Schirm der Ge-rechtigkeit, seiner Nation und der Kirche geführt, mit eigenen Hän-den. Mehr als ein edles Herz ward von diesem Anblick tieferschüttert und beklagte das Schicksal eines so großsi'nnigcn Man-nes, oder vielmehr dasjenige seines bisherigen Sprengels, wel-chem er an ächtchristlichcn und ächtpriesterlichen Tugenden vorgc-lcuchttt, und das des teutschen Vaterlands, für welches einso entschiedenes Talent nun wieder feiern mußte. Onufrio,der Legat, reichte darauf Dicthcrn und' seinem Gefolge dasKreuz, zum Zeichen der Versöhnung mit dem heiligen Stuhl.Die Kunde vom endlichen Frieden der zwei Prälaten, welcheüber einen großen Theil Tcurschlands so viele Verwirrung ge-bracht, verbreitete sich wie ein erquickender Frühlingsregcndurch alle Gauen, namentlich am Rhein. Das Gefühl derRettung materieller Güter ward wiederum über jenes derPrinzipien, um die es zcithcr sich handelte, vorherrschend,und die Unsumme von Jammer, so man erduldet, hieß dieglühenden Wünsche eines hoffnungslosen Patriotismus schweigen.

Allein nicht so leicht schwieg der tiefverwundctc Stolz