Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
202
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rieh von Mörs, cincs langjährigen mannhaften Mitvcrthcidi-gcrs teutscher Kirchcnfrcihcit; denn als Hanptkandidat um dieerledigte Würde, welcher auch durch Stimmenmehrheit gewähltwurde, trat der Bruder Friedrichs, Pfalzgraf Ruprecht, Domprobstin Würzburg, auf. Da nun der Pabst, aus erklärlichen Gründen,diesem die Bestätigung verweigerte, so konnte angenommenwerden, daß Friedrich das Hanpthindcrniß einer solchen neuenVerherrlichung des Namens und Ruhmes seiner Familie ent-fernen und von Dicthcrs Sache sich lossagen würde. Alsourtheilte man in Mainz und in Rom, wo der Charakter desChurfürsten nicht so ganz begriffen werden mochte. Bereitsersah man Dicthcrn, den der Schlag vom 28. Oktober ohne-hin empfindlich geschwächt halte, völlig Hülflos und mit Frie-dcnsanträge» demüthig vor Adolf erscheinen.

Allein so schnell ging die Sache dennoch nicht, wie mansie sich geträumt. Nicht war zu läugncn, daß der neue Fallauf Friedrichs Gemüth tiefen Eindruck machte und die brü-derliche Zärtlichkeit Mittel suchte, die Rücksichten der Freund-schaft und die Eide des Bundes mit dem Familien-Interessein Einklang zu bringen; allein alles sollte auf ehrenvolle Weiseund mit freiwilliger Uebereinstimmung Dicthcrs selbst in's Wcrkgesetzt werden.

Das Erste, was der Pfalzgraf zu thun für nothwendighielt, war die Aussöhnung mit Herzog Ludwig von Vcldcnz.Ein besonderer Vergleich ward nach kurzen Unterhandlungenüber die wesentlichsten Punkte mit ihm geschlossen "). Daraufkam man übcrcin, eine Tagfahrt in Oppenheim zu veranstal-ten, welche von beiden kriegführenden Prälaten behandelt wer-den sollte. Auch diese ging am 18. Hornung vor sich. Eserschienen im Namen Friedrichs dessen Kanzler und Hofmei-ster, im Namen Adolfs Ludwig von Vcldcnz, Wicrich von

*) Den s. Janner nvz.