Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

welcher das Herz empört, fügt er der Erzählung dcs Gesche-henen folgende Bemerkung bei: „Solche Entschädigung wurdeAdolfen von Nassau für die vom Pfalzgrafcn gefangen ge-livmmenen Fürsten. Denn dies ist der Laufmcnschlichcr Dinge,daß heute dieser oben steht, morgen jener. Freilich drehen undwenden sich leider! die menschlichen Dinge, je nachdem ihrTriebwerk von guten oder schlimmen Menschen bewegt wird."

So schrecklich diese Wendung der Dinge für die Reichs«siadt Mainz geworden, so erhält man doch gerade bei dieserKatastrophe eine neue glänzende Gelegenheit, die wunderbarenFügungen der göttlichen Vorsicht zu bewundern, welche auseiner Summe von Drangsalen so die Einzelnen treffen, desGuten in unendlicher Zahl über das Allgemeine hervorkeimenläßt.

Das Verderben der Stadt Mainz gab Veranlassung,daß die bisher in undurchdringlichem Geheimniß gehalteneEntdeckung der Buchdrucker-Kunst, der kühnen Entfeßlcrin derGedanken und größten Wohlthäterin dcs Menschengeschlechts,durch andere Städte und Lander verbreitet und Gemeingutunseres Wclttheils wurde. Denn die zwei Werkstätten, welcheJohann von Gcnsflcisch, genannt zum Gutenbcrg, in Mainzgegründet, und über welche die ersten Mitarbeiter undGesellen mit ihm durch schwere Eide zu ewigem Schwci-gen sich verpflichtet hatten, wurden an dem beschriebenen Schrc-ckcnstage zerstört und die Gehülfen wanderten aus, ihrerMeinung nach vom Eide nunmehr losgesprochen, und leg-ten bald allenthalben Filiale an, bis die wunderbare Kunstnach und nach europaisch ward. Adolf von Nassau selbstwidmete, tief bedauernd, daß die Unfälle der Stadt auchdie geehrten Meister getroffen, sowohl dem Loose ihrer Per«sonen, als ihres Unternehmens viele Sorgfalt, und nament-lich erwarb sich Doktor Konrad Hunicry, als Gutcnbcrgs