Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
195
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ergchcn, und daß sie zu Frankfurt oder irgendwo sich stellen'wollten, um seinem Inhalte sich zu fügen, müßte von ihnenjetzt mit einem hohen Eid zu Gott und den Heiligen beschwo-ren werden.

Vergebens flehten die Hoffnungslosen um größere Scho-nung und Milde; der Prälat wandte sich von ihnen und rittnach seiner Herberge zurück. Roher Spott des Kricgsvolkcsverhöhnte noch ihr Unglück; besonders zeichneten sich durchsolche Gesinnung die Rheingaucr aus, welche mit „Ketzern,Treulosen und Meineidigen" freigebig herumwarfen. Nur beiden Schweizern fanden sie einiges Mitgefühl und Trost aufbessere Zeiten. Aus den Armen der Ihrigen gerissen, sahensie mit nassen Augen zum letztenmal ihre Wohnungen anund schritten in crbarmungswcrthcm Zuge durch die drei Pfor-ten des Gauthors.

„Mit sinnloser Betäubung — schreibt Dicthcrs Biograph—-hörten die Zurückgebliebenen das schreckliche Schicksal der Ihri-gen. Angesehene Frauen Und Jungfrauen, Weiber von allenStänden, Jünglinge von zartem Alter, Alte dem Grabe reif,liefen wahnsinnig, von wildem, unbändigen Schmerze getrie-ben, auf den Straßen umher, schlugen auf ihre Brust, rauftensich die Haare aus, rangen angstvoll mit den Händen, fluch-ten dem Tage ihrer Geburt, ihrem unbarmherzigen Schicksal,den grausamen Menschen, riefen die Stadt um Hülfe, die nunnicht mehr war, und thaten mehr, was Unsinnige thun."

„Das Maas ihrer Bitterkeit war aber noch nicht vol-lendet. Die Stadt ward der Plünderung preisgegeben. AlleArten von Gewaltthätigkeit und Grausamkeit, von Schande,Muthwill und Bosheit wurden begangen; kein Haus, keinAlter, kein Geschlecht und Stand geschont, Mütter und Töch-ter entehrt, Greise und Jünglinge, Ordenslcute und gvttgc-wcihte Jungfrauen mißhandelt, die Klöster erbrochen und be-raubt, die Kirchen in Pferdställe vcwandclt, Priester, die ihremrechtmäßig«» Bischöfe getreu geblieben waren, mit Ketten be-

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