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Dagegen erhoben sich zur verabredeten Stunde Ludwig vonVeldcnz, Eberhard von Königstein und Allwig von Sulz ander Spitze von 1000 Pferden und 5400 Mann Fußvolksundrückten aus dem Rhciugauc in die Nahe der Stadt. GegenMitternacht siauden sie vor der Nordscitc. Ein Theil bliebdisseits des Flusses; der Rest zog durch das Gartenfcld überdie südliche Anhöhe und bewegte sich in aller Stille dem Gau-thorc zu.
Obngefähr 600 Mann stiegen zuerst über Gräben, Zwingerund Walle, hieben das sie hindernde Gesträuch mit Sensenvor sich weg, und bahnten sich binnen kurzer Zeit einen Wegbis unter die Mauern. Hier setzten sie ohne Säumen Leiternan und waren bereits im Begriff, hinaufzusteigen; als sichplötzlich ein seltsam Hinderniß ihrem Eifer entgegenstellte. Sieerblickten ganz oben auf der Mauer etwas Lebendiges, welchesvon Zeit zn Zeit sich bewegte, allein durchaus nicht zu unterschei-den war; denn die Nacht, als wollte sie vor dem Schrecklichen,das man bereitet, sich verhüllen, und die Farbe des nahendenTrauerspiels annehmen, war.schwarz, düster, stcrncnlvs. DasSchreckbild, welches den Zug aufhielt, war aber nichts mehrund nichts weniger, denn eine große, gcöhrtc Eule, die in ge-wissen Iwischcuräumcn ihre Flügel auf und zuschlug. DieNassau'schcn sahen sie jedoch für einen Wächter an und glaub-ten ihr Geheimniß verrathen. Ueber eine Stunde hieltdie unerwartete Erscheinung sie in Unthätigkeit, bis die Eule,nunmehr in der That ein UnglückSvogcl, davon flog, und dieZuschauer von jeder fernern Sorge befreite.
Die Fünfhundert zogen vorwärts und der erste, welcherin die Weinberge zwischen Mauern und Stadt vordrang,war Junker Haus von Schwalbach. Sein Beispiel crmuthigtedie klebrigen. Schon standen die Vcrschworncn in der Stadtauf der Lauer, ihre Freunde erharrend. Triumphircnd empfingensie diese und führten sie durch das erste Thor; die taumelndenWächter wurden mit leichter Mühe entwaffnet. Die Nassauer