Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
190
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zogen rasch auch wider das zweite Thor an. Mit Brechei-sen sprengte man dasselbe. Bewaffnete, welche in derNahe zur Hut aufgestellt waren, eisten bei dem Geräusch her-bei und ersahen bald, was vorging. Alles dänchte ihnen jedoch eintäuschender Traum. Aber die verworrenen Stimmen, welchesie umtonten, verwandelten sich in furchtbares Kriegsgeschrei,und in den dunkeln Gesichtern, deren Inge die Nacht bisherverborgen, erkannte mau mit greller Enttäuschung die wuth- undrachcutbrannten Feinde.

Wie ein Waldstrom ergoßen sie sich durch die engen Stra-ßen und weckten donnernd die sorglosen Bürger aus ihremunglückseligen Schlafe. Die Sturmglocken erklangen schauer-lich und verküudcen die Anwesenheit der blutgicrigten Gäste.Die dichte Finsterniß trug noch dazu bei, die Schrcckniß zumehren und alle Gcgcnanstaltcn zur Wehre und Rettung zu verei-teln; vergebens warfen sich einzelneHaufen in den Harnisch undund sprengten zu verzwciflungsvollem Kampfe heran. Alledrei Thore waren gesprengt oder durchgchauen, sämmtlicheRotten der Nassauer, so Fußvolk als Reiter, eingedrungen!Der Wiedersehen, ihrer Waffen gab das einzige, entsetzlicheLicht. Bald loderte das Judcnhaus, als Signal zum Nach-rücken für die am Rhein noch Stehenden, in Flammen auf.

Inzwischen hatte der Streit begonnen. Die Reitungslosigkcitder Mainzer und der Erzbischöflichcn gab ihnen erhöhten Muthund sie wollten das Acußerstc versuchen. Einzelne kämpftendarum gegen Einzelne, Rotten gegen Rotten, so gut solche sichin der Eil zusammengefunden hatten.

Den Churfürsten Dicthcr und seinen Freund, den Gra-fen von Katzcncllubogcn, weckte das Getose noch zur rechtenStunde, um mit Stricken über die Mauer, in einem Schiffcr-nachcn, über den Rhein zu entfliehen, nachdem sie den Bür-gern schleunige Hülfe versprochen und zu kräftiger Fortsetzungdes Kampfes sie vermahnt. Ihnen nach, cilre-n die Domher-ren der Iseuburgischcn Parthci auf verschiedenen Wegen aus