dich und fordern von dir durch die Liebe
daß du Adol-
fcn auf das schnellste, wir dcr Sache Gewichtigkeit erfordert,mit starker Hand zu Hülfe kommest. Erwäge, daß cö umGottes und der heiligen Kirche, deiner Mutter Ruhm sichhandelt. Dicthcrs Verbrechen haben dieselbe geschändet. Je-derzeit liebten wir dich als einen katholischen Fürsten, undvon deiner Macht versprachen wir uns herrliche Thaten. An-genehmeres kannst du uns nichts erweisen, als wenn du Adolfso kräftig beistchst, daß die Mainzer Kirche, die wir ihm an-vertraut, Dicthers Grimm entrissen wird. So du dies be-wirkest, wirst du eine That vollbringen, welche eines so gro-ßen Fürsten, wie du, würdig, Gott und uns höchst angenehmund deinen unsterblichen Ruhm fördernd sich darstellen wird."
Es scheint nicht, daß Philipp dcr Gute, mit dem Werthesolcher Phrasen, welche er von dem Pabstc auch bei andernGelegenheiten in Menge erhalten, besser bekannt, das heuch-lerische Flehen Pins II. sich besonders zu Herzen genommen.Vermuthlich auch widerstritt seiner großartigen und ritterlichenSeele ein so schlechter Kampf, wie dcr mir dem edlen undmannhaften Dicthcr, um so gemeiner Leidenschaften und einerso wurmstichigen Sache willen. Allein der Nassauer half sichselbst nun, auf eine Weise, welche Tcutschland und Europaüberraschte und von keinem chrliebcndcn Geschichtschreiber sei-nes Hauses zu den ruhmvollen Erinnungen des Geschlechtsgerechnet werden kann.
Er stellte sich auf's neue zum Frieden geneigt und ludDicthcrn, Friedrich und Philipp zu einer gütlichen Unterre-dung nach Mainz, woselbst sie alle in Person erscheinen wür-den. Beide Ersteren willfahrten und reisten nach derStadt; den Pfalzgrafen aber hielten die unglückvcrheißcndenWeissagen seines sternkundigen Liblingsdichtcrs, Mathias vonKemnat ab. Die Sterne, in welchen dieser gcisi- und phan-tasicvolle Mann, dcr weitbekannte Verherrlichet des Ruhmsder Pfalz und der ritterlichen Gethaten seines Herrn, gelesen