Nicselsheim, jenseits des Mains, sein Lager auf. Man hieltdarin zwei Tage Rast.
Während dieser Zeit hatte Friedrich es versucht, die StadtMainz zn regerer Theilnahme an dem Fcldzng, nnd vor allemzur förmlichen Kriegserklärung an Adolf zu vermögen; aberes stellten sich einem solchen Schritte so viele Bedcnklichkcitcnhemmend in den Weg, daß der Pfalzgraf auf der Bürgerdringende Vorstellungen ferner nicht mehr ansetzen mochte undimverrichtetcr Dinge die Stadt verließ.
Mit tiefem Zorne vernahm er jetzt den Einfall Karlsvon Baden und Ulrichs von Würtembcrg in sein OberamtHeidelberg, so wie die Verbrennung einer ganzen Reihe vonDörfern ; mit nicht minderem den Abfall Bischof Johanns vonSpeyer zur Sache Adolfs. Bald sollte er, während der Pabstdurch neue Bullen statt das bisher aufgeloderte Feuer derZwietracht zu löschen, solches noch mehr zu entfachen bemüht war,noch unerwartetere Dinge als bisher, erfahren. Der Mark-gras von Baden entwarf einen förmlichen Angriffsplan aufdie Gesammtmasse seiner Besitzungen und hatte, trotz der War-nungen Hans von RcchbcrgS, des Kanzlers von Würtembcrg,auch den Grafen Ulrich zur Unterstützung desselben gewonnen.Beide träumten sich bereits Meister der Pfalz und Trium-phatorcn in Heidelbergs Mauern.
Die Gedanken von Muthwill und Zerstörung, welche dieLeidenschaft gemeiner Rachlust in diesen Fürsten emporgctric-gcn, wurden durch das Schicksal auf empfindliche Weise ge-straft. Schon waren Karl und Ulrich von ihren Hcrrscher-siyen aufgebrochen nnd hatten zu Pforzheim mit dem Bischofvon Metz sich vereinigt, welcher mit ansehnlichem Zuzugc sei-nein Binder zur Unterstützung hcrbcigeritten kam, nnd schonrückten sie auf der Straße nach Heidelberg vorwärts, Aeckerund Saatfelder niit barbarischer Schadenfreude verwüstend nndalle» Städten, die sie berennen würden, Verderben drohend;als Friedrich der Siegreiche, welcher durch falsche Gerüchte