Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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keinem Orte anstoßen wollten, schrieben sie an Adolfs geist-liche Richter, baten um Fristimg des Beraubungsurthcils,legte» einrcumüthiges Bekenntniß ihres Fehlers ab und verspra-chen, bei der ersten Gelegenheit aus der Stadt zu gehen, ihrenErzbischof nm Verzeihung zu bitten, und sich nimmermehrvon ihm zu trennen. Einige dieser Schreiben, die Männernund Weibern aus dem Rheiugau mitgegeben wurden, kamenin die Hände der Stadtwachen an den Thoren, und von die-sen in den Rath; da ward freilich ein unglimpflichcs Urtheilüber die Geistlichkeit gefällt, daß sie eid- und pflichtvergessensey, und die Sache an Dicthcrn berichtet; indessen ist nichtzu läugnen, daß ihre Lage am mißlichsten war."

Der Winter, an und für sich schon rauh und hart, verstrichunter Drangsalen der furchtbarsten Art, welche für die Be-wohner der Gegenden des Schauplatzes aus dem unseligenKriege hervorgingen. Beide Theile thaten es darin einandergleich. Besonders wild benahm sich im Jscnburgischen, woDicthcrs Vater noch waltete, Ludwig von Hessen. Kaummochte Adolf selbst alles, was er that, gebilligt haben.

Als Mainz die Unterhandlungen des Landgrafen geradezuvon sich wies, sandte dieser ihm einen förmlichen Fehdcbricfzu. Der Pabst inzwischen^ durch den Anblick der verübtenund die Bcsorgniß vor den noch zu erwartenden Zerrüttungenund Gräucln, deren eigentlichster Urheber er war, mehr erbit-tert, als eingeschüchtert, ließ seinen Gefühlen des Hasses wi-der Dicthcrn durch cinc neue gestärkte Bannbulle, freien Raum,welche nunmehr auch die Freunde und Anhänger des Abgesetz-ten treffen sollte. Der Markgraf von Baden, bereitwilligesOrgan der römischen Befehle, hatte die Kühnheit, Friedrichdem Siegreichen selbst die Entschlüsse des Pabstcs mitzuthei-len. Die Bulle strotzte von Phrasen hvffärthigcn Unsinns undunchristlichcn Verwünschungen, welche im Munde eines so auf-geklärten Manns, wie Pius II., doppelt heuchlerisch und wi-derlich klangen. Sie wurde von den Fürsten, wie billig, mit