Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
172
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Adolf von Nassau hatte während dieser Vorgänge alleBewegungen und Maasrcgcln seiner Gegner wachsam beob-achtet; kaum war er von dem fast unglaublichen EntschlüsseFriedrichs, sein Heer den Winter über zu entlassen, in Kenntnißgesetzt, als er an der Spitze beträchtlicher Kricgshaufen instarken Märschen den Rhein hinaufzog und Hochheim, wie-wohl mir fruchtlosem Erfolg, belagerte. Er rächte sich hicfüran den Ruinen von Kosihcim und Kastcl, und trat den Rück-zug ins Rhcingau an.

Nicht sobald hatte der Rath von Mainz die rasche Bewegungdes Nassauers erfahren und für sich größere Gefahr, denn zu-vor, befürchtet, als er seine Schritte bei Diethcrn erneuerteund in der Jmmunitäts-Angelegcnhcit, worüber zur Zeit nochblos mündliche Zusichcrungcn gegeben worden, schriftliche undbcschworne Gewährleistung verlangte. Nach mannigfachemAusweichen fügte sich die Geistlichkeit in ihr Schicksal; derAkt selbst ward mit einer Acngstlichkcit und Umsicht vorge-nommen, daß das bcidseitige Mißtrauen in Treue und Glau-ben der Partheicn klar daraus hervorging.

Das Mißtrauen der Bürger traf mehr die Klerisei, alsden Erzbischof selbst, und wohl hatten sie ein gegründetesRecht dazu, wenn sie das Benehmen der letzter» gegen ihrenOberhcrr» würdigten, welchem sie auf die feierlichste Weisewiederholt Gehorsam und Anhänglichkeit geschworen. Es hat-ten ncmlich viele aus ihrer Mitte erst jetzt des päbsilichenBannes und seiner furchtbaren Wirkungen, so wie des zer-nichteten Ausspruchcs Adolfs von Nassau sich erinnert, daßjeder, welcher mit Diethcrn halten würde, seiner Pfründenohne Gnade verlustig gehen sollte.

„Die That war begangen — schreibt Dicthcrs Biograph —die Reue folgte nach. Einige eilten sogleich zu Adolfen, klag-ten sich ihres Frevels demüthig an und begehrten die Los-sprcchung; andere, die den Stachel des bangen Gewissens nichtsosehr fühlten, fürchteten für ihre Zcitlichkeit, und weil sie an