»ach Heidelberg gekommen. Er hatte, getrieben durch Die-thers Briefe, seinen Abgeordneten Wierich von Stein, anAdolf abgefertigt und seine Vermittlung angeboten. Die Be-sorgnis;, daß sein Gegner, auf des Pfalzgrafcn Freundschaftvon Neuem gestützt, seine Vcrzichtentschlüsse zurücknehmen dürfte,bestimmte ihn, den Abschluß des Vergleiches zu beschleunigen.Noch von Oppenheim aus war eine Einladung Friedrichs anbeide streitende Parlbcien ergangen, Bevollmächtigte dahinzu senden, und es waren für Diether Emicho von Leiningcn,für Adolf aber ein Vetter von Nassau, gleiches Namens er-schienen. Derselbe verdankte in seines Herrn Namen undAuftrag dem Churfürsten die Mühe, welche er zu Beilegungder stattgehabten Irrungen sich gegeben; Vermittlung kommejedoch nun zu spat, da der Handel unter den Beiden durchsie selbst schon abgethan imd der Friede geschlossen worden.
Friedrich entließ nach Anhörung solcher Botschaft denAbgeordneten Adolfs mit allen Merkmalen tiefer Entrüstung;in die Lage Diethers und die Beweggründe eines so rasch ge-faßten vcrzweiflungsvollen Entschlusses leicht sich hincindcn-kend, trachtete er dennoch, bei ihm das Letzte zur Aenderungdesselben zu versuchen, und er pflog mit Graf Emicho einelange und lebhafte Unterredung. Er beschwor in der-selben seinen Freund, die Ehre des Hanfes und aller Für-sten Tcntschlands durch ein solches Nachgeben und einen sol-chen Vergleich nicht zu beschimpfen, sondern kräftig und stand-haft seine Rechte zu behaupten; auf der Pfalz Beistand dürfeer jederzeit mit Bestimmtheit zählen.
Es scheint, Diether scv auf diese Vorstellungen, welcheihm auf den Fall des Widerstands die früher genährten Hoff-nungen wieder aufgefrischt, eingegangen und habe seinen Rä-rben neue Instruktionen ertheilt, welche auf der Grundlageder zu Benshciin gegebenen, beruhten. Es ward daher auchvon ihrer Seite unverwcilt an den Rath von Mainz geschrie-ben, sich durch die Vorlage eines geschlossenen Vergleichs nicht