Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
161
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nicht den Schein eines wahren Verbrechens enthielten, undweil der Pabst in keinem Falle der Richter des Churfürstenseyn konnte. Nur da fing Adolf an Erzbischof und Churrfürstvon Mainz zu seyn, als Diethcr der gekränkte undmißhan-dcltc, ihm qcides freiwillig abtrat. Die Zeiten waren auchnicht so unaufgeklärt, daß es nicht Männer genug gegebenhätte, die dieses einsahen; im Gegentheil schrie alles laut wi-der die päbsilichen Eingriffe, Mißbrauche, Anmaßungen, undalles appcllirtc an ein allgemeines Konzilium. Diether begriffdas wider ihn begangene Unrecht vollkommen, und urtheiltedarüber, wie man muß. Sehr merkwürdig ist die Stelle inseinem Schreiben an den Herzog Wilhelm von Sachsen, inwelchem er von der au ihm und seinem würdigen Stift verüb-ten Mißhandlung spricht")."

„Nach diesen vorausgesetzten Bemerkungen überlasse ich dasUrtheil über den Vergleich Diethcrs mit Adolfen, dessen Billigkeitoder Unbilligkeit, Giltigkcit und Verbindlichkeit dem Herzen mei-ner Leser selbst. Die Umstände, in denen Diether denselbenschloß, habe ich ihnen vorgelegt. Wie empfindlich mußte esihm nicht seyn, von der Hoho eines Regenten, des erstenFürsten Tcurschlandes zu der Dunkelheit des Privatsiandcszurückzukehren, und dadurch vor der teutschen Welt und Kirchegleichsam öffentlich zu gestehen, daß er der unheilige, der ver-ruchte, der Gottes- und Rcligionsvcrächtcr sey, für den derPabst ihn ausgab! Auf der andern Seite würde vielleichteben dieser Vergleich nicht einmal so günstig für den Chur-fürsten ausgefallen seyn, wenn nicht seine bekannte Freund-schaft mit Friedrichen, die sich sogar auf eine Achnlichkeit derGesinnungen gründete, und das Uebcrgcwicht, das dieser wegenseines Glückes und seiner Tapferkeit allenthalben gefürchteteMann seinem Freunde gab, das meiste dazu beigetragen hatte."

Um diese Zeit war Friedrich der Siegreiche aus Franken

5) In Müllers Reichstaqs-Theatrum l.

II. ' pl