Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
158
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gen den Jsenbnrger aufgeboten. Selbst cin alter Freund dessel-ben, Herzog Wilhelm von Sachsen, in zwei rührenden Briefen ver-gebens an die alten Verhaltnisse erinnert, fiel zn ihm ab, nmden Preis von 15,000 Goldgnlden, und um die Versetzung einerAnzahl Aemter und Ortschaften, Dafür verhieß der Herzoggst00 Reiter, eine eben so große Zahl Fußvolk, und, im Fallder Aufforderung hiczu, persönliches Erscheinen im Felde.Spater erklärten sich auch der Rheingraf Johann und dieGrafen von Virncburg, Ricncck und Nassau-Saarbrücken fürAdolf und stellten Mannschaft zn seiner Verfügung gegen zu-gesicherten Sold.

Das Hauptvcrtrancn Dicthcrs in dem bevorstehendenKampfe war auf Friedrich den Siegreichen gestellt; aber die-sem machten die eigenen Händel in Franken so viel zn schaffen,daß die erwartete Hülfe fortwährend ausblieb und Verdachtin seine Gesinnungen nach und nach in Dietrichs Seele übcr-hand zn nehmen begann. Seine Lage war so kritisch undder Ansgang so zweifelhaft, daß er allmählig den Ge-danken eines Vergleichs mit Adolf nährte. Noch peinlicherward sie, als der Rath von Mainz, welchem für das Schick-sal der Stadt bangctc, durch Abgeordnete zu einem bestimm-ten Entschluß ihn drängte.

„Diethcr, — erzählt sein Biograph — verlassen, zwi-schen Furcht und Hoffnung schwebend, ungewiß, was er znsagen, was er halten könnte, sprach die seinem Glücke, seinenkämpfenden Gemüthsbewegungen angemessene Sprache, dieHcllwich so übel verdreht: Friedrich halte ihm cin Spinncn-gewebc vor die Augen; er denke nicht daran, was er ihm ver-sprochen, daß er ihm wider den von Nassau Hülfe leistenwolle. In diesen Umständen sey er nicht mächtig genug,Adolf von Nassau könne es besser thun "), und dann möchte

') Das heißt, zn Stande bringen, was Diethcr der Stadt ver-sprochen hatte.