Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
156
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crsann einen Rathschlag, welcher glücklichen Erfolg versprach.Er wollte seine Gegner den Bürgern verdächtig machen, die-selben von der Milde seiner Gesinnungen gegen sie überzeugenund durch Erthcilung von Rechten, welche seit langer Zeitvon der Stadt eitel angestrebt worden, die Gemüther dauerndsich verbinden.

Von der Bergstraße aus sandte er Boten an den Rath,welche berichteten: den Mainzern drohe große Gefahr; dieStadt sollte durch Verräthcrci in feindliche Hände fallen undund ihrer Rcichsunmittclbarkcit verlustig werden. Immerhinmochten sie vertraute Leute an ihn senden; denen würdeer die nähere Umstände des ganzen Handels eröffnen. Als-bald erschienen bei dem Prälaten, der in Dicbnrg verweilte,zwei Rathsvcrwandte und eben so zwei Ausschußmänncr imNamen der Gemeinde. Diesen theilte er mit: Vulprecht vanDers und Johann von Nassau hätten ihm den verderblichenAnschlag zur Belagerung der Stadt gegeben und ihn gegen die-selbe aufzureizen versucht; er aber, bekümmert um das From-men und den Flor von Mainz, sey beständig vor einem sol-chen Gedanken zurückgewichen. Unter den Thcilnehmcrn desfeindlichen Planes befänden sich sogar mehrere Rarhshcrrcnselbst, und außer diesen auch noch mehrere einflußreiche Bür-ger und Leute aus dem Rhcingau. Würde die Stadt treuan ihm halten, seine Appellation an eine künftige Kirchcn-vcrsammlung anschlagen und ihn, wie bisher, für ihren Herrnerkennen, so sollte es ihr Schade nicht seyn, vielmehr wolle eran Gefrcithciten und Gerechtsamen sie mehren. Und zum er-sten vorläufigen Unterpfand seiner gnädigsten Gesinnung gegensie, sollten die der Pfaffhcit von Mainz, durch einen Spruchdes Basler-Konzils, wegen schnöden Undanks der Bürger-schaft gegen die crzbischöflichc Regierung, zuerkannten Immuni-täten wieder zurückgenommen werden und alle bürgerlichenLasten künftig in gleichem Verhältniß ohne alle Ausnahmeden Bewohnern von Mainz auferlegt werden.