Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
155
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Germsheim und der größere Thcil der Bergstraße gelobtendem bisherigen Herrn standhafte Treue; ebenso Lahustein ander Lahn und Pfeddcrsheim bei Worms.

Adolf unterließ nicht, die päbstliche Bulle so weit alsmöglich zu verbreiten und seine Ernennung den Fürsten undStädten anzuzeigen, wobei er Freunde und Anhänger untermancherlei Versprechungen warb. Die schwierigste Sorgemachte ihm Mainz. Um den Gehorsam dieser Stadt zu er-zwingen, welche nicht so bereitwillig zur Annahme des neuenHerrn schien, mußte der Kaiser durch ein gemessenes Schrei-ben an den Magistrat ihm beisichcn. Friedrich hatte in herbenAusdrücken das Gesuch Diethers um Untersuchung seiner Sacheverworfen und jedem die Wahl des Nassauers Anfeindendenmit schwerer Ungnade gedroht; zugleich machte er auf dieTrefflichkeit und die Verdienste des vom Pabstc an DiethersStelle ernannten und bestätigten Prälaten aufmerksam underklärte alle zu Gunsten seines Gegners geschlossenen Verträgefür null und nichtig. Die meisten in der Stadt befindlichenBeamten und Diener des Erzsiists huldigten nunmehr Adolf;in die Umgegenden wurden die ihm ergebensten Kapirnlarcnausgcsandt, um auch jene für ihn zu stimmen. Die AemterHofhcim, Algcshcim, Ohlm u. s. w., zuletzt auch der Rhein-gau wichen ihren Gründen. Nur Lohnsicin setzte beharrliche»Widerstand entgegen und schlugen, als man Waffengewalt ver-sucht, denselben kräftig ab.

Die Waffen allein mußten fortan entscheiden, da dieMacht der Bullen, Brcven und Rescripte des Pabstcs unddes Kaisers bei einem großen Theil der getreuen Bevölkerungnicht ausreichte. Beide Theile daher rüsteten sich zum Kriege.Der eine machte den bisherigen Besitz und die Widerrechtlich-keit der Entsetzung, der andere des Pabstcs Wahl und desKaisers Bestätigung geltend. Vor allem andern mußte Mainzfür die eine oder andere Parthci gewonnen werden. Dicthcr,mit den Verhältnissen und Interessen derselben wohl kundig.