— 154 —
Nach den Berichten der Nassau'schcn Parthci wurde dieStadt über die Wahl Adolfs mit Jubel erfüllt und sie rüstetesich zu prunkvollen Festlichkeiten, welchen jedoch nur zu baldScenen der Trauer und der Verwüstung Platz machen soll-ten. Adolf unterließ, was Rom gewünscht zu haben schien,um die Sache mit einem Schlage zu beendigen, ncmlich derPerson Diethcrs sich zu versichern; vielleicht auch war dieszur Zeit noch unmöglich gewesen, da der Anhang des Erzbi-schofs noch immer die stärkere schien; vielleicht auch war esdes Nassauers Edelmuth, der einen solchen Gedanken verab-scheute. Dicthcr selbst zeigte keine Furcht, sondern ritt ruhig,begleitet von seinem alten Vertrauten und Hofmeister, GrafEmicho von Leitungen und etwa 40 Reitern, aus den Thorenvon Mainz. Bei Oppenheim setzte er über den Rhein undbegab sich nach der Starkcnburg an der Bergstraße und nachAschaffcnburg. Von hier aus schrieb er zwei Briefe an denHerzog Wilhelm von Sachsen, in welchen er diesen über seineLage verständigte und um Beistand anging. Kurz zuvor hattedieser auch einen Brief von Adolf mit ahnlichem Begehrenempfangen. Die Städte Steinhcim, Aschaffenburg, Höchst,