nnd Widerstand von Seite der Bürger und der Jsenburg'schcnParthci vorgenommen worden. Die ungewöhnliche Kühnheitder That hatte die Gemüther überrascht, die Arme gelähmt.Diethcrn selbst, als er mitten in der Versammlung, wohinman ihn gelockt, die Urkunde verlesen horte, welche seine Re-gierung und seinen Privat-Charaktcr mit Schmach überhäufteund seiner Macht ihn entkleidete, fühlte sich wie von einemDonncrstrahl aus heiterm Himmel herab, getroffen. Alsbaldappcllirtc er von übeluuterrichteten Pabstc an den bessruntcr-richteten nnd ließ, Donnerstag nach Michaelis, eine Schutz-schrift in teutscher Sprache ausgehen. Diese Schrift zeichnetsich durch einen für die Schwere des Unrechts und den Grad derKränkung, so der Verfasser erlitten, ungewöhnlich ruhigen,würdevollen und männlichen Ton aus. Punkt für Punktwird die Reihe von Beschuldigungen wider Diethcrn, mit de-nen der Pabst sein Benehmen zu beschönigen sucht, durchge-gangen und widerlegt. Ueber den ersten Artikel, der bei seinerWahl vorgefallenen Simonie, bemerkt der Erzbischof: hättediese wirklich statt gefunden, so wäre es des Pabstcs Pflichtgewesen, den Akt zu kassircn und die Wahl eines Bessern,Würdigern, vornehmen zu lassen, statt ihn durch ein Dekretzu bestätigen. Das Nichterscheinen zu Mantua entschuldigtDicthcr durch die schwere Krankheit, von welcher er damalsüberfallen gewesen und welche seinen festen Rciscvorsatz ver-eitelt; eben so durch die bedeutsamen Kriegsläufc und dieSorge für seine Lande und Leute, die er nicht geradezu habeim Stich lassen können. Das Ansinnen des heiligen Vaters,keine Versammlung von Churfürsten mehr ohne seine Einwil-ligung halten zu lassen, habe seiner Pflicht als teutscher Rcichs-fürst, als Reichskanzler und als Dechant des Chur-Kollegiums,widerstritten. An dem Pabstc ist kein Meineid verübt worden, wieferner vorgeworfen wird. Die Botschaft, welche das Palliumzu holen, abgesandt war, hatte den Auftrag, zu allemsich zu verstehen, was von andern Vischöffen, den kanonischen
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