Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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ohne Würde und Tugend gewesen seyn mußte; wie hätte ersonst gewiß wissen können, daß er, weil viele sich nicht beste-chen lassen, die Mehrzahl der Stimmen nicht erhalten würde?War er aber so gccigcnschaftct, wie konnte er ein Kompromis-sum zu Stande bringen, da hierzu die ncmlichcn Stimmenerfordert wurden. Um entscheidende Stimmen in einemganzen Kapitel zu werben, muß man Vertrauen, Achtungund Liebe besitzen; warum gab er die Hoffnung zur Churwürde,ohne den Weg der Bestechung so schlechterdings auf? Ueber-haupt scheint es, ohne eine in der Lage der Dinge festgegrün-dete Ursache, leichter zu seyn, sich die Stimmen zur Wahl,als zu einem Kompromiß zu verschaffen; warum sollen Meh-rere einem Einzigen zu Gefallen ihr Recht an einige Wenigeabtreten, wenn es nicht wichtige Ursachen zur Nothwendigkeitmacheu, da gewöhnlich bei erledigten bischöflichen Stühlenmehrere Bewerber da sind, die von Allen mehr, als nnr vonWenigen, zu hoffen haben? Gesetzt aber auch, dies alleshätte Dicthcrn so leicht gelingen können, wie konnte er sichversprechen, daß man gerade auf jene übereinkommen würde,die er vorher mit Geschenken gewonnen hatte? Man kenntgewohnlich die Leute der Art; ihnen wird ein ganzes Kapiteleines seiner wichtigsten Rechte nicht übertrage»; wie konnteDicther wissen, daß der siebente seine Stimme einem Drittengeben und endlich für Geld feil zu ihm übergehen würde. Je-ne sieben mußten Männer von allgemein bekannter Redlich-keit uuv Unparteilichkeit, sie mußten die würdigsten seyn,von denen man die größte Einigkeit hoffen und sich verspre-chen konnte, daß sie den würdigsten wählen würden, und nunhätte sich das ganze Kapitel in seiner Meinung, in seiner Er-wartung betrogen! Sieht nicht diese ganze Begebenheit einermit demselben abgeredeter Sache gleich; nnd so hätte ein Mai nmit einem Kapitel abgeredet, der, um ihn, nach Hcllwich zubeurtheilen, keine andere Vorzüge hatte, als sein Geld?"

„Diese Erzählung widerlegt sich von selbst. Es läßt sich