sioriker und Historiograph in Diensien von Chur-Mainz sounübertroffen bemerkt hat: „Der Geschichtschreiber gchcthinunter zn den Schatten derer, die er geschildert, und dieThat seiner Geschichtschreibung bleibt."
Hellwich erzählt die Wahlgcschichte auf folgende Weise:Dicthcr gedachte sich das Erzbisthum Trier durch eine großeSumme Geldes zn verschaffen, und weil er dasselbe nicht kau-fen konnte, so richtete er seine Gedanken auf das zu Mainz.De. er aber gewiß wußte, daß er in dem Kapitel die Mehr-heit der Stimmen nicht erhalten würde, weil es sehr schwerist, viele zn bestechen, so suchte er ein Kompromissnm aufeinige wenige zu Stande zu bringen. Als nun die Mahlzeitherannaht, wurden sieben aus der Mitte des Kapitels ernannt,welchen vollkommene Gewalt gegeben ward, den neuen Erz-hischof zn wählen. Drei von ihnen waren schon vorher mitGeschenken gewonnen worden, und diese wählten gedachten Dicthcrvon Jsenburg; drei andre aber Adolfen von Nassau, der einDomherr von Mainz war, edle Geburt mit Tugend verband,und von weiland kaiserlichem Blute stammte. Der siebentegab seine Stimme einem Andern. Allein durch 3000 Gold-gulden erobert, ging auch er zu Diethcrn über. Auf solcheArt fielen die meisten Stimmen für ihn aus, und so wurdeer denn am 20. Julius erwähnten Jahres zum Erzbi-schvf von Mainz gewählt und durch den Dvmscholastcr Vul-pcrt von Dars der Geistlichkeit und dem Volke mit dem ge-wöhnlichen Prunke verkündigt, und, nicht ohne ein böses Bei-spiel gegeben zu haben, in den Besitz des Eigenthums dermainzischcn Kirche eingesetzt."
Hierüber spricht sich der Biograph Dicthcrs mit edlemUnwillen aus: „Dreister hat kein Geschichtschreiber eine Be-gebenheit erzählt, von der er Augenzeuge war, und unglaub-hafter sind wenige vorgetragen worden. Sie setzt voraus, daßDicthcr, seines innern Unwcrthcs bewußt, von dem größten Theiledes Kapitels verachtet oder gehaßt, ohne Verdienste, ohne Ansehen,