bürg, welche vor einiger Zeit durch Friedrichs l ll. Gnade auchnoch mit dem Titel als Grafen von Vudingen beehrt worden.Sein Vater hatte wie er selbst geheißen'"')', seine Mutter wareine Gräfin Elsbeth von Solms gewesen. Auf der von Nassauerngestifteten Hochschule zu Erfurt hatte er seine vorzüglichsteBildung empfangen. Sonst blühte er aber auch an allen üb-rigen ritterlichen Tugenden vor den meisten seiner Staudesgc-gcnosscn. Fleiß, Ordnungsliebe, Klugheit, Wißbegierde, einfeinfühlendes, von Liebe des Guten erfülltes, von den Musterngriechischer, römischer und teutscher Vorwclt hoch begei-stertes Gemüth, ein stolzer Sinn für Freiheit und Nativnal-ruhm, körperliche Kraft und Gewandtheit, Trotz in Gefahrenund Beharrlichkeit im Unglück, dabei Wohlwollen und Saust-muth in allen Privatbezichungcn des Lebens sind die schönenZüge, welche dem Maler seines Bildes, nach dem Zeugnißaller unverdächtigen und parthciloscn Zeitgenossen, vorliegen.Dabei erwarb sich Diether eine, im Verhältniß zur Mehrzahlder Edlen jener Periode ungewöhnliche Masse von Kenntnis-sen, und zum Frommen, für sein Volk, gerade von den prak-tisch-nützlichsten und bei dem großen Streit der Geister undInteressen nothwendigsten und anwendbarsten.
Frühe wurden seine Verdienste wie seine Talenteanerkannt und gewürdigt, und die meisten geistlichen Stellenihm zu Theil, welche ein dem Priesterstaudc gewidmeter Dy-nast seines Ranges in damaliger Ordnung der Dinge hoffenkonnte. Die vornehmsten Pfründen und Würden erhielt erzu Mainz, wo der Name seines Hauses, trotz der Wahlzweier andrer Prälaten, Konrad III. und Dietrich Schenk vonErbach, von alten Zeiten her vielen Klang nicht hatte. Zwarerreichte er bei der Bewerbung um die durch Jakob vonSirks Tod erledigte Chur Trier seinen Zweck nicht, da der
H Unrichtig nennt ihn Hell wich „Franz" statt „Diether".