Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
116
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gewesen und zur Unterscheidung von seinen beiden übrigen Bru-der», welche Johannes hießen, also genannt worden. DieserMeinung stehen zwar zwei Einwürfe entgegen; der erste ist, daßdie fragliche Person nirgends als Bruder der beiden Erzbi-schoffe aufgeführt wird und daß er, obgleich älter als Wal-ram, dennoch von der Erbfolge ausgeschlossen ward. DieserEinwarf konnte dadurch gehoben werden, daß er zu den Zei-ten Erzbischof Adolfs noch nicht in dem Alter und in demVerhältniß stand, um eine wichtige Stelle versehen zu können ;später aber mochte Erzbischof Johann den ältern Bruder rechtgut, seiner Verdienste willen, geehrt haben. Die Auslassungdes Titels „Bruder" ist noch kein hinlänglicher Beweis, daßer es nicht war. Der andere Einwarf ward von der Erb-folge hergenommen, von welcher Johann der mittlere ausge-schlossen scheint; allein nicht nur in der Geschichte vieler Dy-nastien, sondern gerade und namentlich in der Nassau'schenkommen dergleichen Beispiele häufig vor, daß ncmlich vonvielen Brüdern zwei ausschließlich das Regiment geführt, die,übrigen aber weltlichen und geistlichen Beschäftigungen in Dien-sten anderer Herren sich gewidmet haben.

Der älteste Bruder, Gcrlach, war, wie wir bereits früherbemerkt, zum alleinigen Erben und Nachfolger seines Vatersund Oheims, in den Wicsbadischcn und Weilburg'schcn Land-schaften, erklärt worden, auf den Fall, daß Letzterer, der GrafJohann zu Nassau-Weilburg kinderlos absterben würde; dem-nach brachte es die Stellung der übrigen mit sich, anderwei-tige Anstellungen und Wirkungskreise, ihrem Geschlecht undihren Kräften angemessen, zu suchen. Nachdem nun bereitsdrei Brüder den geistlichen Beruf ergriffen, fühlte Johann,von welchem die Rede, größere Neigung zu weltlichen Ge-schäften. Weil er jedoch für das eheliche Leben keinen Sinnharte, so gestattete er gerne seinem jüngeren Bruder Walramdie Theilnahme mit Gcrlach, dem ältern, am Regiment über