Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
97
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Man gab den hochachtbaren und wohlwcisen HerrenZu verstehen: der Rath zu Frankfurt sey gar nie befugtgewesen, den Herzog Stephan auszuweisen, und noch we-niger verpflichtet, die Lektionen des Pfalzgrafen Ludcwigund der Scinigcn anzuhören; eine solche Ausweisung sieheblos dem Churfürsten von Mainz und seinen übrigen Kollegenzu. Ihr Herr und der von Köln seyen anfangs entschlossengewesen, in Person nach Frakfurt zu kommen; da man jedochdaselbst sich über die Fürsten so viel herausnehme, so hät-ten sie ihren Vorsatz geändert. Sollte der Fall sich weiterbegeben, daß die Wahlopcration in Frankfurt künftig nichtohne Hemmung fortgesetzt werden könnte, so werde ihr Herr,der Churfürst, das Kollegium nach eincmandern Ort, etwaMainz oder Rensc, einladen, woselbst auch die beiden frühernKönigswahlcn statt gefunden; das Interesse der Stadt Frank-furt selbst erfordere daher, „dazu zu thun und Rath zu schaffen,daß die lobclichc Herrlichkeit bei ihnen bleibe."

Diese stolze Sprchc cntmuthigtc die Bürger und erbit-terte die Fürsten und Rathe gleich sehr; es betrieb die Ge-sandtschaft der Pfalz hartnackig die mchrbcsprvchenc Auswei-sung, ohngcachtct Stephan von Bayern sich bereit erklärte,seine Ansprüche auf die Chur diesmal nicht geltend zumachen,sondern von den Churfürsten selbst untersuchen und austragcnzu lassen. Man unterhandelte nun mir ihm selbst, sowohlvon Seite des Burggrafen, als des Magistrates; doch ver-schob er die entscheidende Antwort von einer Frist auf die an-dere. Zuletzt schien er sich der Nothwendigkeit fügen zu wol-len und versirach, Frankfurt am Mittwoch den 14. Julius zuverlassen. Allein unvcrmuthct machte er neue Hindernisse underklärte: er wolle lieber in der Stadt von Bürgern, als drau-ßen von seinen Feinden sich fangen lassen: denn er schützteoder gab vor, daß die Pfalzgräfischcn auf Anschläge wider ihnbrüteten. Dies half jedoch nichts und eben so wenig die Ver-wendung mehrerer churfürstlichcn Botschafter für ferneren, ihmnoch zu verstattenden Aufschub; er ward zur Abreise am be-ll. 7