die Verlegenheit, in die man, durch Verwilligung dcs main-zischcn Begehrens, gegenüber dem Landgrafen von Hessen undandern Fürsien und Grafen, gerathen müßct, welche sämmt-lich auf das dem Herzog Stephan gewährte Recht sich steifendürften. Der ganze Freitag verstrich unter diesen Unterhand-lungen ; der Rath, durch Johanns unwiderstehliche Logik im-mer mehr in die Enge getrieben, verhieß wenigstens, was die Frem-den betraf, Berücksichtung der Wünsche dcs Ordinarius, so daß derChurfürst von Trier in großem Aergcr und Ucbcrdruß ob dem lan-gen Zögern endlich mit seinem Lager aufbrach. Unmittelbar nachdiesem Abzug brachte sein Kollege von Mainz es dennoch (amMontag nach Fronleichnam) dahin, daß der Herzog Stephaneingelassen wurde, jedoch nur als „schlechter Fürst" und nichtals „Churfürst". Als Johann seinen Wunsch befriedigt sah,reiste er Donnerstag nach Mainz zurück, und übergab demProbstc zu Frankfurt, Meister Johann Kcmpf, als General-bevollmächtigten, die Besorgung seiner Angelegenheiten. Das-selbe that sein Freund, der Churfürst von Köln, in der Persondes erfahrenen Doktors Wcstenhvlz.
Allein die Einlassung Herzog Stephans zog eine Mengeneuer Verwicklungen nach sich, welche störend auf das künftigeWahlgeschäft einwirkten und der Stadt Frankfurt, den Chur-fürsten, König Sigmund und Johann von Nassau genug zuschaffen gaben. Die Gesandten und Räthe der verschiedenenWahlfürstc», welche nacheinander in Frankfurt endlich ange-kommen, zermarterten sich in langwierigen Zwisten und Un-terhandlungen wegen jenes Schrittes, und es ward beharrlichaus der Ausweisung des Herzogs bestanden. Der Rath, wel-cher so voreilig eingewilligt, kam in furchtbare Verlegenheitund suchte den gethanen Schritt rückgängig zu machen. Al-lein seine Sendung an die Bevollmächtigten von Mainz,Kuno von Scharfcnstcin, Vizthum in Rheingau, und Mei-ster Johann Bcnshcim, wurde nicht auf das freundschaftlichsteempfangen.