Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
93
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Dagegen hatte auch Johann von Nassau nicht gesäumt,bei Zeiten die Stadt zu seinen Absichten zu stimmen. VonEltvill aus schrieb er, noch im Februar (1411), an dieselbe,und begehrte zu wissen, ob sie eine neue Wahl innerhalb ihrerMauern zulassen und die dazu nöthigen Gcleitbricfc ausstellenwolle, damit er in Stand gesetzt werde, seine Einladungenan die Churfürsten abzufassen. Der Rath hatte in bejahendemSinne geantwortet; nun trafen aber gleich darauf die SchreibenKönigs Sigismunds und der Churfürsten von Trier und Pfalzein. Dadurch kam er in eine grausame Verlegenheit, aus derer sich nicht hcrauszuwindcn wußte. Er antwortete deßhalbden vorgenannten zwei Churfürsten in allgemeinen Sätzen:Der Magistrat von Frankfurt wolle sich auf eine Weise be-nehmen, daß die Stadt in des heiligen römischen Reichs undder Churfürsten Huld und Gnade bleiben könne. Den Erzbi-schof Johann aber bat er dringend um guten Rath, was erTrier und Pfalz zu erklären habe. Johann erwiederte dieseAnfrage mit dem ihm eigenen Lakonismus also: Jodocussey auf rechtmäßige Weise und durch Mehrheit der Stimmen,nemlich von fünf Churfürsten, zum römischen Könige gewählt,das Reich aber durch sein Absterben wieder erledigt worden.Demnach habe er, der Erzbischof, seine Mit-Churfürsten zueiner neuen Wahl nach Frankfurt eingeladen. Die Stadtmöchte sich an Anderer Schriften und Sagen nicht kehren, in-dem solche sie nichts angingen und sie durchaus nicht verpflich-tet sey, darauf Antwort zu geben.

Zugleichcr Zeit entbot der Erzbischof die Häupter desMagistrates zu sich und empfing in mündlicher Unterredungvon ihnen, so wie von der Gesammtheit des Körpers, dasabermalige Versprechen sichern Geleites. Der neue Wahltcr-min wurde auf den 11. Juni oder das Fronleichnamsfest an-gesetzt. Dabei hatte der Magistrat jedoch die Vorsicht ge-braucht, in einem eigenen Dekrete an die Bürgerschaft dersel-ben die größte Ruhe undPartheilosigkeitin der kitzlichen Sache