Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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bestrittcne Chur Brandenburg aber an Sigismund zurück,welcher sie ihm verpfändet hatte. Fortan ward der Kampfum die römische Königskrone blos noch zwischen den beidenBrüdern, Wenzcslaus und Sigismund, geführt.

Der König von Ungarn, durch Burggraf Friedrichs vonNürnberg und Churfürst Werners von Trier Schreiben ge-spornt, erschien, alsbald nach crhaltncr Kunde von seiner Wahl,in Tcutschland, um von dem Reiche Besitz zu nehmen undließ huldvolle Schreiben, voll nationaler und christlicher Ge-sinnung zugleich, vorangehen, um die öffentliche Meinung fürsich zu gewinnen; dabei versäumte er nicht, auf diplomatischemWege eifrig zu unterhandeln und fand hierin an dem Burg-grafen eine besonders brauchbare Person. Vor allem andernwurde die Stadt Frankfurt, weil auf das Schicksal der Wahl-Operationen selbst und der mit ihnen zusammenhängendenAkte von bedeutendem Einfluß, für die Interessen Sigismundsbearbeitet; auch Trier und Pfalz wirkten kräftig dazu mit;der Graf von Würtcmbcrg aber übernahm den Auftrag desSchirms der Straßen, welche zu ihr führten. Nochmals em-pfing der Magistrat Schreiben mancherlei Art, worin die Kla-gen über Johanns von Mainz anmaßendes und räukcvvllcsBenehmen, so wie über die begangenen Unrcgelmäßigkeitcitcnbei der Wahl des Jodocus eine stehende Rubrik bildeten. DieAnhänger Sigismunds suchten um jeden Preis die Versamm-lung von Churfürsten zum Behuf einer neuen Wahl zu ver-hindern, welche der Erzbischof, alsbald nach Josi's Tode, aus-geschrieben. Man warnte die Stadt Frankfurt, zu so etwassich nicht herzugeben, indem blos neue Irrungen und Zwietrachtfür das heilige Reich daraus entstehen würden; man erin-nerte sie an die Eide und Pflichten, womit sie dem Reicheverwandt, und drohte ihr im entgegengesetzten Falle niitschwerer Strafe, ja mit der Rcichsacht und feindseliger Be-handlung von Seite des römischen Königs Sigismundund der ihm treu bleibenden Churfürsten und anderer Stände.