und Betreibung seiner Wahl, deren zahlreiche SchwierigkeitenJohann recht gut eingesehen hatte, war mehr eine Kriegslist,um Zeit zu gewinnen, als im Ernste gemeint. Jenem galtes vor allem, den Wahlakt recht lange hinauszuschieben undvor allem den unternehmenden Sigismund zu verdrängen.Darum begünstigte er sehr Jostens Annäherung an Wenzel,welcher mir dem Letztgenannten eben nicht ans dem bestenFuße stand, da er ihm in Böhmen, dem Lande seiner Neigung,mehr Sorgen und Verdruß erregt hatte, als weiland Johannvon Nassau in Tcntschland. Wenzel billigte sehr die sür Jvstgethanen Schritte des Prälaten und verhieß sogar kräftigeUnterstützung der Wahl; vermuthlich sah man das baldigeAbsterben des neuen Königs voraus, da seine Kräfte bereitsziemlich erschöpft waren. Ein Umstand, der auch sehr sür daseingeschlagene System sprach, war, daß der Churfürst vonSachsen Wenzeln seither noch immer als römischen Königanerkannt. Die Palinodic würde dadurch bedeutend erleich-tert worden seyn, im Falle daß der geheime Plan mit demErstgenannten zur Ausführung gekommen wäre. Endlich mußhier noch angemerkt werden, daß Wenzel fortwährend seines altenTitels als römischen König sich bedient hatte, wiewohl es inmchrcrn der damals bekannt gemachten Schriften hieß, er habesich freiwillig des Reiches entzogen.
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