Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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Aus genauer Vcrgleichung der Umstände und Gründe,welche die beide Schriften enthielten, ersieht jeder Unbefangenewohl, daß Leidenschaften auf beiden Seiten die Hauptrolleund Sophistik die Feder der Apologeten geführt; doch mochteleicht das Ansehen dreier Churfürsten mehr und somitdas von fünf Wählern die Unregelmäßigkeiten, welcheJohann von Nassau bei der Wahl des Jodocus sich zu Schul-den kommen ließ, aufwicgcn. In späteren Zeiten haben teut-sche Staatsrcchtlchrcr und Historiker die undankbare Mühe sichgenommen, für die Legitimität des einen oder andern der beidenGcgcn-Königc mit Scharfsinn und Gelehrsamkeit auf das Hart-näckigste zu kämpfen

Merkwürdig ist, daß derselbe Monarch, welchen Johannso todlich beleidigt und so schimpflich behandelt hatte, ncmlichder abgesetzte Wcnzcslaus, eine bedeutende Person bei dieserWahlgcschichte spielt und daß seine Wiedereinsetzung der Haupt-gedanke des Erzbischofs von Mainz, die Verschiebung des Jo-docus blos eine Komödie gewesen war. Die mit Ruprechtgemachten Erfahrungen mochten den ehrgeizigen Prälatenüberzeugt haben, daß sein Plan, unter dem Namen eines An-dern in Teutschland zu regieren, durch eine Person, wie Wcn-zcslaus sich besser verwirklichen lasse, als wenn ein König vonRuprechts oder Sigismuuds Charakter auf dem Throne derTeutschen sitze. Ihn gercute daher, was er an jenem gethan,und wiewohl fast alles andere möglicher dünken mochte, alseine Aussöhnung des abgesetzten Fürsten mit dem bitterstenFeinde seines Lebens, so wußte er doch die Sache auf einediese Weise einzuleiten, daß zwischen beiden wieder ein rechtgutes Vernehmen statt fand und der König von Böhmen neueHoffnungen schöpfte. Josi von Mähren, mit welchem Wen-zel sonst ziemlich gut stand, wurde daher die Zwischcnpcrsou

^Vorzüglich nach Oehlenschläger und Häherlin.