Vollmacht von ihrem Herrn, im Fall seiner Erwählung, dieBereitwilligkeit der Annahme des Königtitcls und der Be-hauptung desselben, auch gegen die Anstrengungen seines Bru-ders , Königs Sigismund, zu betheuern.
Der Erzbifchof Johann machte nunmehr ohne Säumenbekannt: König Wenzel von Böhmen habe, aus Liebe zumFrieden und zur Eintracht, auf das Reich verzichtet und werdedenjenigen als römischen König anerkennen, welchen die Mehr-zahl der Churfürsten hiczu wählen würde. Markgraf Jostvon Mähren sey der rechtmäßige Churfürst von Brandenburg,denn er habe die Belchnung und Bestätigung in letztgenannterMarkgrafschaft von dem Könige Wenzcslaus, als er noch imBesitze der Macht über das Reich gewesen, und zwar mitWissen und Willen König Sigmunds, erhalten. Dem gemäßschritt jener zur Vornahme cincr neuen Wahl am 1. Oktober,und mit Stimmcncinhclligkcit fiel sie, nachdem alle For-malitäten genau erfüllt worden, auf den Markgrafen Jost vonBrandenburg und Mähren. Ihre Urheber befolgten ganzdas Beispiel ihrer Vorgänger und setzten alle Stände, welchendaran zu wissen lag, von dem Geschehenen schriftlich in Kennt-niß und belegten dasselbe mir rechtfertigenden Gründen. Umdie Magnaten Ungarns nicht ohne Norh sich feindlich gesinntzu machen, entwarf der kluge Nassau ein Manifest an denReichstag jenes Landes, in seinem und seiner Kollegen Na-men, und setzte klar und umständlich auseinander: wie ihreAbsicht von Anfang an dahin gegangen sey, einen Prinzenaus dem Hanse Lurcmburg an das erledigte Reich zu wählen,um nicht nur die Einheit in demselben, sondern auch in derKirche wieder herzustellen; wie sehnlich ihr Wunsch sich dahinausgesprochen hätte, daß eine Einstimmigkeit der Gemütherbei allen Wählern über die betreffende Person des neuenRcichs-Obcrhauptes statt finden möchte; der polnisch-preußischeKrieg habe aber das persönliche Erscheinen der Churfürsten vonBöhmen, Sachsen und Brandenburg bei dem ausgeschriebenen