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rcndikt gelegt lind im ganzen Umfange der Stadt dürfe nir-gends Gottesdienst gehalten werden.
Je unbilliger und eigenmächtiger — also drücken Ochlcn-schlagcr und Häberlin sich aus — ein solches Benehmen war,desto mehr mußte es die Churfürsten von Trier und Pfalzzum Unwillen reizen. Sie ließen sich daher von ihrem Vorsalz nichtabbringen, sondern gingen, mit dem Burggrafen Friedrich vonNürnberg, den sie (nunmehr) für einen cb ur b r a ndcn bur-gisch cn Gesandten erkannten, auf den St. Bartholo-mäus-Kirchhof. Als sie die Thüren der Stiftskirche verschlos-sen fanden, und Bedenken trugen, solche mit Gewalt aufzu-brechen, schickten sie ihre Rathe an die Churfürsten vonMainz und Köln, und ließen sie ersuchen, zu ihnen zu kom-men und die Wahl mir ihnen vorzunehmen. Sie erhieltenaber eine abschlägige Antwort. Und da sie inzwischen auch anden Dechanten, den Pfarrer und den Custos der Bartholomäus-stistcs gesandt und von ihnen die Eröffnung der Kirche ver-langt, so wollten oder durften auch diese ihnen nicht will-fahren.
Ueber solchem Hin- und Herschicken verlief die Zeitbis auf nenn Uhr; aber die beiden Churfürsten nebst demBurggrafen warteten doch äoch über eine Stunde auf demKirchhof, ob nicht etwa die beiden andern Churfürsten nach-kommen oder die Kirche ihnen eröffnen lassen würden. Wieaber keines von beiden erfolgte, setzten sie sich auf dem Kirch-hofe zusammen, „unter unsres Herrn Martcl auswendig an demChor, hinter dem Fronaltar," untcrrcdcten sich eine Icit langund ließen sodann des Burggrafen Friedrichs Vollmacht öffent-lich verlesen, welche nach Vorschrift der goldenen Bulle einge-richtet befunden wurde. Hierauf erklärten sie, daß sie zwar,durch Vcrschließung der Kirche wären abgehalten worden, dieheilige Geistmcsfe singen lassen, aber dem ohngeachtct zudem selbigen schreien wollten, um das Reich mit einemOberhaupte zu versehen. Sie stimmten daher die Antiphon: