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Sachsen; es fehlte der Markgraf Josi von Brandenburg. Jo-hann von Nassau, welcher beide Letztere so dringend zu per-sönlichem Erscheinen oder zu Absenkung von Bevollmächtigteneingeladen hatte, sah sich dadurch in seinem Plane, die Wahl-schlacht zu leiten, sehr gehemmt, und trachtete darum den Ter-min in die Länge zu ziehen, oder einen neuen Wahltag zu bewirken,bis er die Fehlenden hcrbcigcschaft haben würde. Seine Räthebeschwerten sich auf dem Römer gegen jene der übrige», daßein wesentlicher Akt, die Absingung der Heilig - Geist-Messe,in der Stifts-Kirchc St. Bartholcmä, versäumt worden. DieAbsicht des Prälaten gicng dabei aber dahin, die Churfürstenzu überzeugen, daß, nachdem man in einem Punkte von denstrengen Vorschriften der goldenen Bulle abgewichen, man esauch mit den übrigen nicht so genau nehmen könnte. Nochverschiedene Unterredungen, theils der Churfürsten in Person,theils ihrer Räthe, fanden statt, ohne daß man über die Vor-fragen sich verstanden hätte; endlich drangen die Abgeordnetenvon Mainz und Trier geradezu auf Vertagung der Wahl,Einberufung der abwesenden Churfürsten und Ansetzung einesneuen Tages, auf welchem sodann die Ernennung eines römi-schen Königs von Seite eines vollständigen Wahlkollcgiumsstatt finden könne. Zur Begründung ihres Vorschlags führtensie an, daß die Churfürsten von Brandenburg und Sachsen,Jost und Rudolf, schriftlich sich über ihr Ausbleiben durchdas verhäirgnißvollc Ercigniß der großen Niederlage des Teutsch-Ordcns bei Tanncbcrg, cnschuldigt und um wcitcrn Aufschubim Wahlgcschäftc gebeten hätten.
Die Fürsten hatten jedoch ihrerseits Gründe genug, indieses Ansinnen Johanns und Werners nicht einzugehen. Siedurchschauten den Plan des Erster» klar und erwiderten dahergründlich und spitzig zugleich: Aus den ersten Schreiben so-wohl des Markgrafen von Mähren als des Churfürsten vonSachsen, welche verlesen worden, sey deutlich hervorgegangen,daß dieselben niemals die Absicht gehegt, zu gegenwärtiger