Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
78
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müthc geführt, daß die in der Stadt befindlichen FremdenFreunde Frankfurts waren und im Falle von Unruhen, ge-meinsam mit der bewaffneten Bürgerschaft, im Interesse deröffentlichen Ordnung handeln würden. Dem Burggrafen Fried-rich dagegen wurde, mit Zustimmung des Mainzischcn Ge-sandten, bedeutet, daß er als Bevollmächtigter des Königs vonUngarn ohne bestimmte Zahl seines Gefolges, keineswegs aberals Bevollmächtigter des Churfürsten von Brandenburg, Ein-laß erhalten würde. Solches ließ der kluge Friedrich sich ge-fallen und verhieß sogar, im Fall eines Aufkaufes, dem Ma-gistrate den Beistand seines Banners; somit hatte er sich völ-lig der Eigenschaft begeben, in welcher Sigismund ihn auf denWahltag zu schicken versucht.

Eine der langweiligsten und räukcvollsten Wahl-Opera-tionen entwickelte sich nunmehr, welche die Erbärmlichkeit desdurch Carl IV. eingeführten Systems in ihrem ganzen Um-fang zeigte. Nachdem am Acgidius-Tagc die vier rheinischenChurfürsten und Tags darauf auch der Burggraf von Nürnberg,sämmtliche in Person, zu Frankfurt, gerade beim Beginn derHerbstmesse, angekommen waren, begaben sich die Räthe der crste-sen, je dreizehn an der Zahl, alsbald auf den Römer, um dieVoranstaltcn der Wahl zu erörtern. Sie stießen gleich An-rangs dabei auf unzählige Schwierigkeiten, unter denen dieanmaßende, jedoch von den Fürsten einstimmig abgewiesene,Forderung Herzog Stephans von Baicrn-Jngvlstadt, die chur-pfälzische Stimme, als ältester Prinz des pfälzifch-baicrischcnHauses zu vertreten, keine der geringsten war. Die Nachrichtvon dieser Prätcnsion verbreitete sich mit großer Schnelle imReich nud veranlaßte allerlei Gerüchte über große Zwietrachtin dem Chur-Kollegium, bis der wahre Verhalt der Sache nä-her bekannter wurde.

Ein Hauptübclsiand war das Ausbleiben mehrerer Chur-fürsten; so fehlte König Wenzel, als Churfürst von Böhmen,oder dessen tilge,; es fehlte der Churfürst Rudolf von