hatte, an Johann und seine Nachfolger für immer, als auchversetzte er ihm die andere, Kaiser und Reich noch verbliebeneHälfte, um die Summe von 12,000 rhcin. Gulden. Auchmit dem Markgrafen Bernhard ward sofort eine ähnliche Ueber-einkauft getroffen.
Alles schien in guter Ordnung und auf den alten Fußgekehrt; doch hoben die Marbachcr ihren Bund keineswegsauf, sondern ließen sich sogar die Ermächtigung zu demselben,so wie auch überhaupt den Ständen zu andern Einungcn die-ser Art vom Könige ausstellen, und die Urkunde enthielt unterandern die merkwürdige Stelle: „daß der Konig selbst vor-mals so gethan." Bis zu Ruprechts Tod währte daher dieMarbacher Union fort und noch im Jahr 1409 schrieb Jo-hann von Nassau eine Tagfahrt der Mitglieder nach Hcilbronnaus, um ihnen über Interessen des Bundes Mittheilungen zumachen. Gemeinsam mit Ruprecht stellte er gerade um dieangegebene Zeit zwischen Bischof Mathäus von Worms inseinem Klerus das gute Vernehmen wieder her, welches aufärgerliche und zugleich bittere Art längere Zeit gestört wordenwar; ebenso zwischen den Grafen Johann von Nassau-Dillen-burg und Johann von Katzencllenbogcn, welche den verderbli-chen Familicnhadcr um Dricdorf erneuerten. Er selbst söhntesich mit Erzbischof Werner von Trier aus, welchem er we-gen der Abtei Arnspcrg gram geworden war. Dagegen kamer in neuen Zwist mit Herzog Friedrich zu Oesterreich, wel-cher den Markgrafen Bernhard von Baden feindlich überzo-gen. Als Marbachcr Bundesgenosse hätte derselbe Johannskräftigste Theilnahme anzusprechen und dieselbe auch erhalten.
Eine wichtige Rolle in Johanns politischer Wirksamkeitwährend den noch übrigen Lebenslagen König Ruprechts spielteder zu Anfang des Jahres 1/> 09 gehaltene Reichstag zu Frank-furt. Es blieb der Erzbischof mit andern Ständen, als derKönig bereits abgereist war, daselbst und brachte einen neuenLandfrieden auf zehn Jahre zu Stande, welcher den Privatstrci-