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Gesinnungen hoffte, von ihnen abzutrennen; aber die Furchtvor dem mainzischen Erzbischof war starker, als die Achtungfür des Königs Wünsche. Die Energie des Prälaten hieltdas Werk seines Geistes oder Ehrgeizes mit Macht zusam-men, und alle Künste und Drohungen scheiterten an ihr. Einneuer verheerender Bürgerkrieg bedrohte das teutsche Land.
Ruprecht entschloß sich den Ausbruch desselben, auch durchschwere Opfer zu verhindern, und mit den Häuptern einzelnzu unterhandeln. Hierin war das Glück ihm günstiger. Beidem Erzbischof, den er am meisten scheute, nahm er seine Zu-flucht zu einem geistvollen und gewandten Manne, seinemKanzler Rhaban von Spcvcr. Dieser übte großen Einflußauf den verwandten und ebenbürtigen Charakter und besiegtedurch gründliche sowohl als schmeichelnde Vorstellungen dieHanptcmpfindlichkcit Johanns gegen den König, in welchemJener einen Undankbaren und Freundschaftvcrgcsscncn erblickenmochte. Ein Vergleich über gegenseitige Ansprüche kam zuStande, ja sogar des Jahrs darauf, ein Bündniß, bei Gele-genheit einer Unterredung zu Hcmspach. Künftige Zwiste zwi-schen dem König und Erzbischof wurden darin sorgfältig zumvoraus bedacht und auf den Compromiß Churfürst Friedrichsvon Köln verwiesen, dagegen diejenigen des Erzbischofs selbstmit andern Fürsten, Grafen, Herren und Städten, auf denunmittelbaren Schiedspruch des Königs
Dieser freundliche Anfang wurde bald von noch andernsriedcvcrbürgcndcn Annäherungen Johanns zur königlichen Fa-milie begleitet. Der Erzbischof ging ein Bündniß aufLcbcns-lang mit den Söhnen Ruprechts, den Prinzen Johann, Ste-phan und Otto, ein. Andrerseits überließ sowohl Ruprecht,um seinem alten Freunde einen Beweis wieder crwachtcr Nei-gung zu geben, die Hälfte des kaiserlichen Zolls zu Höchst,welchen König Wenzel einst dem Erzstifte Mainz verpfändet
-) 110g-1107.