Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
69
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hätte», und blos bevollmächtigte Räthe funden sich sowohl vonSeite der Städte als der Fürsten, ein. Ruprecht, höchst un-willig über solche Nichtachtung seines Ansehens, kam nun mitChurfürst Friedrich von Köln und den übrigen Fürsien undStänden für die ^Fortsetzung des Reichstags oder vielmehrdie Abhaltung eines neuen, um Drcikönig 1ä0L, ebenfalls inMainz, übcrcin. Die Marbacher wurden abermals und in nach-drücklicher Form dahin eingeladen ; allein sie gaben dem Könige dielakonische Antwort: daß sie nichts wider ihn auf einem Reichs-tage zu klagen hätten, übrigens es auch nicht für nöthig fän-den, ihre Privatangelegenheiten vor einer öffentlichen Versamm-lung abzuhandeln; dieselben unter sich selbst, in besondern Zu-sammenkünften zu regeln, müsse ihnen durchaus freistehen. Nichtnur entschuldigten sie daher ihr bisheriges Nichterscheinen auf desKönigs Gebot, sondern sie rechtfertigten auch nochmals die ge-schlossene Union mir den besten Gründen und gingen Jenensogar um Genehmigung derselben an. Um jedoch demKönig einen Beweis ihrer persönlichen Achtung zu geben, ver-hießen die Abgeordneten, daß ihre Vollmachtgeber auf demkünftigen Reichstag in Person sich einstellen würden, nachdemRuprecht seine dringenden Aufforderungen dazu wiederholt undzugleich die Versicherung ertheilt hatte, daß über die Marba-cher Einung keineswegs richterliches Einschreiten, sondern blosfreundschaftliche Besprechung statt finden sollte.

Während des Zwischenraumes von dieser Unterhandlungbis zur Eröffnung des Reichstags, stärkte sich der Bund durchneue Mitglieder, denn Johann von Nassau war unaufhörlichmit Werbung hiefür bemüht. Spcycr, Mainz undWorms warendie vorzüglichsten unter den ncueingctretencn. Der Reichstagfiel glänzend aus, was die Zahl und Pracht der darauf erschie-nenen Fürsien und Stände betrifft; weniger jedoch in den vomKönige getroffenen Ergebnissen. Letzterer klagte schon in derEröffnungsrede bitter über den Churfürsten Johann und des-sen Freunde, daß sie in einem an ihn erlassenen Schreiben,