führt, nicht ganz befriedigt gefunden; vielleicht auch hatte Ru-precht, seiner Sache von Außen jetzt sicherer, als zuvor, dem Prä-laten nicht die frühere Aufmerksamkeit mehr bezeigt. Die unfreund-liche Stimmung verstärkte sich, als der Konig, durch gehäufte Kla-gen der Bürger und des gemeinen Volkes bewogen, einen Zug nachder Wcttcrau unternahm, und verschiedene Burgen mainzischcrStiftsvasallcn, daraus Straßenraub getrieben worden, zer-störte. Johann empfand dieß übel und nahm es als einenihm selbst widcrfahrncn Schimpf auf. Mit Vergnügen saher daher auf eine ähnliche Mißstimmung der Stadt Straß-burg gegen Ruprecht, wegen Verschcnkung von Gcbictsthcilender Diocese an den Konig, von Seite ihres Bischofs. Auchder Markgraf Bernhard von Baden und der Graf Eberhardvon Würtcmbcrg standen in Zwist mit dem Rcichsobcrhaupte.Man beschuldigte Ruprecht geradezu: „er sey ein harter, eigen-williger Herr, und suche Fürsten, Grafen, Herren und Städteaus ihrcnHcrrlichkeiten, Rechten und Gefrcithcitcn zu verdrängen."
Johann beschloß, diese Stimmung der Gemüther zubenutzen und die Unzufriedenen in eine Liga zu vereinigen.Zu Marbach trafen die Häupter zusammen und verabredetenden berühmten Bund, welcher davon seinen Namen erhielt.Baden, Würtcmberg. Straßburg und siebzehn schwäbische Städte,darunter Ulm und Rcutlingcn, unterzeichneten mit Chur-Mainzals vorzüglichste Thcilnehmcr. Der Bund wurde vorläufig auffünf Jahre gcschlvßcn und als sein Hauptzweck angegeben:Erhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit in den betref-fenden Staaten und Städten, und wechselseitige Hülseleisiunggegen alle und jede Feinde. Doch nahm jeder von den Ge-nossen einige seiner Freunde aus, und hinsichtlich des Erzbi-schofs von Mainz setzte man fest: daß, wegen der täglichenKriege und großen Entfernung weder derselbe den Ucbrigen, nochdiese ihm selbst Hülfe zu schicken nothig haben sollten. Er aber wardfortan die Seele und der leitende Arm des Bundes. Der röm. Königwar freilich in dcr Bundcsurkunde ausgenommen, allein der bedeut-