Neuntes Kapitel.
Stistung des Marbacher Bundes durch IohaunN. unddessen nächste Unternehmungen und Folgen.
König Ruprecht hatte vom Jahr 1402 bis 1405 mitallerlei widerwärtigen Elementen sich herumgegiiält, welche ihmLeben und Regierung gleich sehr verbitterten und den Entschlußfast bereuen ließen, aus der glückseligen Lage eines reichen undgeachteten Churfürsten heraus und auf einen so unsicher» undsiürmc-umringtcn Thron gestiegen zu seyn. Die Verhältnissezu Wenzel von Böhmen, zu Sigmund von Ungarn, zu Jost(Jodoeus) und Prvkopius von Mähren, sämmtlich Thronbe-werbern, brachten eine.Menge von Verwicklungen herbei undnöthigten ihn zu ungewöhnlichen Anstrengungen. Die itali-schen Angelegenheiten ordneten sich schlecht, für seine Ehre wiefür seinen Ehrgeiz; doch erkannte zuletzt wenigstens der PabstBonifazius, längere Zeit dem Luremburgischcn Hause mit Treuezugethan, sein Thronrccht. Allein von Seite desselben Man-nes, welcher seine Erhebung am meisten befördert und bisher seineHauptstütze gewesen war, kam ihm nunmehr des Ungemachsin Menge zu, ncmlich von Seite des Erzbischofs von Mainz.
Johanns Gemüth war seit der Ausgleichung mit Hessenund Braunschweig gegen den König in etwas vcrunwilligtworden; vermuthlich hatte er sich durch einzelne Theile desSchicdspruchcs, welchen wir im vorhergehenden Kapitel ange-