Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
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König Ruprecht empfand solch eigenmächtige Selbsrhülfcund nutzlose Störung des Landfriedens, wodurch in die Sa-chen des Reiches neue Verwirrung und in seinen Romerzugärgerliche Hemmung kam, sehr übel. Er sandte demnach Bo-ten an die Fürsten von Braunschwcig und ihre Verbündete,welche dringend zum Frieden mit Johann mahnen und zu ei-ner abermaligen Vcrglcichs-Tagfahrt sie einladen mußten; imWeigerungsfälle drohcte er, „seinem Mit-Churfürsten bcizu-stchen." Selbst zur Aussöhnung mit den unmittelbaren Ur-hebern des Mordes an Friedrich forderte der König die Her-zöge auf und wiederholte frühere Vcrmittlungsanträgc. ImFalle jedoch die Fürsten von Braunschwcig zu einem Endfric-dcn mit Johann nicht zu vermögen wären, hatte die Gesandt-schaft den Auftrag, wenigstens einen Stillstand von drei oderzwei Jahren, oder auch zuletzt nur von einem einzigen Jahrezu erwirken. Ein Gleiches sollte sie bei dem Landgrafen vonHessen versuchen. Die vorzüglichste Ursache, wcßhalb Ruprechtdie Sache Johanns sich so sehr angelegen seyn ließ, war, weiler ihn gern nach Italien zum Rvmcrzugc mitnehmen wollte,auf welchem der Rath des erfahrnen und gewandten Präla-ten ihm unentbehrlich schien; ohne Frieden im Innern seinesErzstistcs jedoch konnte diesem nicht zugcmuthct werden, inein fernes Land zu ziehen. Um auf den Landgraftn noch kräf-tiger einzuwirken, theilte er ihm auch die Beschwerden desErzbischofs über die ungebührliche Beeinträchtigung der Kle-risei und der Unterthanen seines Churstiftes von Seite derHessen mit; solche Dinge, welche dem Reiche dermal uner-sprießlich und dem Könige gefährlich, müßten einmal aufhören,Die Herzoge von Braunschweig und Lüncburg, mehr durchdie angedeutete eigene Noth, als durch die Bcsorgniß vor Ru-prechts Ahndung und den Blick auf des Reiches Lage bestimmt,gaben den Aufforderungen des Königs unwillig nach und schlös-sen einen Stillstand. Allein die Rache sollte blos vertagt,nicht beendigt werden. Man beschloß die Fortsetzung des