Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
58
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Kampfes zu gelegnerer Zeit. Die Gefangenen wurden ent-lassen; der Churfürst Rudolf und seine Brüder, Albrecht undWcnzeslaus, sodann ihre Vettern, Sigmund und Albrecht vonAnhalt, stellten die geforderten Urfehden aus. Auch LandgrafBalthafar, Rudolfs Schwähcr, die Herzoge von Braunschwcigselbst und der Erzbifchof von Magdeburg (ebenfalls Bruderdes Ermordeten) gingen mit dem Grafen von Waldcck undden Rittern von Hcrtingshausen und Falkenbcrg einen vor-läufigen Vergleich ein. Diesem Beispiel folgte Landgraf Her-mann für einstweilen. '

Allein gar bald traten die wahren Beweggründe Ruprechtsin dieser Sache au's Licht. Die Fürsten nahmen mit vielerScham des Königs große Furcht vor Churfürst Johann undzugleich mit gesteigertem Ingrimm die Thatsache wahr, daßLetzterer die Morder Friedrichs auch jetzt noch in seinen Dien-sten behielt, und dadurch gleichsam Jenen seine Verachtung be-zeigte. Es scheint, der Prälat habe seine Gegner und ihreGesinnung und Plane durchschaut und darum den König nichtnach seinem ruhmlosen Zuge nach Italien begleitet, von wel-chem der vorsichtige und aller Verhältnisse tief kundige Staats-mann die Resultate auch leicht ahnen mochte. Sowohl Jo-hann, als der Landgraf, welchen ohnehin der Verlust von Esch-wege und Sontra beständig wurmte, erneuerten daher denKampf, Hermann um so unbedenklicher, als Balthafar vonThüringen diesmal Unpartheisamkeit zugesagt hatte. Der Erz-bifchof gewann zu neuen Verbündeten die Grafen von Ziegen-Hain, Jsenburg und Wied; dem Landgrafen schloß sich Hein-richs von Waldcck eigener Bruder, Adolf, an. Nach diesemerneuerten sämmtliche Herzoge von Braunschwcig und die Land-grafen von Hessen und Thüringen den Landfrieden, luden Jo-hann zum Beitritt ein und erklärten blos Waldcck, Hcrtings-hausen und Falkenberg davon ausgeschlossen. Der Erzbifchofgab von Eltvill aus trutzigc Antwort und meinte, Hermannhabe schon früher den Landfrieden gebrochen. Zu Nordhauscn