Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
56
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Im Mai schrieb Ruprecht einen Reichstag nach Nürnbergaus, welcher ziemlich zahlreich besucht wurde. Auf demselbenverglich er auch, unterstützt von einigen Fürsten, welche demReiche allgemeine Ruhe wünschten, die noch immer obwaltendenIrrungen Johanns von Nastau mit seinem ehemaligen Neben-buhler, Gottfried von Leiningen. Ebenso erneuerte Johanndem Bifchpf von Eichstadt für sich und seine Nachfolger dasdem Hochstiftc desselben seit unvordenklichen Zeiten zugekommene,jedoch dermal verschollene Kanzleramt des Stuhles zu Mainz,Auch die letzten Spuren der Feindschaft des nassau'schen Hau-ses und Johanns insbesondere mit Hessen, so wie des bitternZwistes mit Braunschwcig, in Betreff der oberzahltcn Mord-gcschichtc Herzog Friedrichs, sollten vernichtet werden; alleines fehlte viel hiczu, und die Voransialtcn zum Römcrzug, derConvent zu Metz und andere wichtige Ereignisse waren kaumvorübergegangen, als zwischen Johann und den HerzogenBernhard und Heinrich von Braunschwcig und Lüncburg einneuer Kampf von äußerst heftigem Charakter ansbrach,Hex Umstand, daß der Churfürst von Mainz die MörderFriedrichs fortwährend in seinem Dienste behalten hatte, schiendeutlich für seine Theilnahme an der schnöden That zu zeu-gen, welche Beweise und Eide auch immer der Bczüchtigtefür seine Unschuld sprechen ließ. Vergebens hatte König Ru-precht den Parthcien eine Tagfahrt nach Nürnberg um dieMitte Brachmonds lävl, zum Versuch einer Aussöhnung,angesetzt; die von Braunschwcig und Hessen blieben aus, undfielen, verstärkt durch mehrere Bundesgenossen und beinahesämmtliche sächsische Fürsten, mit Hecrcsmacht in das main-zische Gebiet ein, die Blutrache für Herzog Friedrich, mittelstschrecklicher Verheerung desselben, zu nehmen. Allein dieUebcrzahl an Kriegsvolk schadete ihrem Unternehmen mehr,als es ihm förderlich war, da gar bald Mangclan Mundvorrathsich einstellte und gefährliche Zuchtlosigkcit unter die buntge-mischtcn Kriegsbandcn cinriß.