Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
55
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kcitcn und Fährlichkeitcn. Für ihn hatte die Krone, so wiedas Leben selbst keinen Werth, ohne Vcrbürgung reizenderGenüsse. Der Gegenstand der ernsthaftesten Tragödie warder fröhlichste Mann im teutschen Reiche. Dafür sah manbei Ruprecht eine ungewöhnliche Thatkraft sich entfalten, welchedie öffentliche Meinung immer vorteilhafter für ihn stimmenmußte, je greller der Gegensatz zwischen den beiden Neben,buhlcrn hervortrat. Nach Bestätigung herkömmlicher Freihei-ten, wurde er auch von denen anerkannt, die sich bisher be-harrlich geweigert hatten. Johann wußte neue Vermittlungs-versuche zwischen ihm und Wenzcslaus, wobei besonders einefranzösische Gesandtschaft eine lebhafte Rolle spielte, zu verei-teln; denn König Karl VI. war, trotz früherer Bemühungen desMainzers und seiner Mitfürstcn, ihn für ihre Sache zu ge-winnen, standhaft auf Seite Wenzels geblieben.

Indem wir die ferneren Verrichtungen des neuen römi-schen Königs, welche auf Johann keinen Bezug haben, denSchreibern teutscher Geschichte überlassen, erwähnen wir blos,daß noch im Dezember des Jahres Iä00 Ersterer dem Erz-stift Mainz, auf Ansuchen Johanns, zu Heidelberg sämmtlichePrivilegien bestätigte und den von König Wenzel der StadtMainz ertheilten Gnadcnbrief, nicht ohne bedeutenden Nach-theil für dieselbe, vernichtete. Damit wollte er vorläufig dieDienste des Nassauers lohnen. Aber er entfremdete ihm da-durch die Herzen der wackern und streitbaren Bürger jenerStadt.

Zu Anfang des Jahrs lävl empfing Churfürst Johanngemeinschaftlich mit andern Fürsten, aus den Händen KönigRuprechts die Bclchnnng mit seinen Besitzungen und Gütern.Es scheint, daß er auch an der Vermählung des Letztgc-gcnanntcn mit der Prinzessin Blanka von England, großenTheil gehabt; wenigstens wurden Unterhandlungen darüber be-sonders zu Mainz gepflogen, und fast kein wichtiger Akt warddamals noch ohne Zuziehung des Erzbischofs vorgenommen;