Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
54
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Ganzen, hernahmen. Dieser letztere Vorwnrf ist dem Churfürstenund Erzbischof Johann von manchen Seiten und in verschie-denen Zeitläuften, gemacht worden, und es würde für den Ge-schichtschreiber schwer halten, seinen Helden davon gänzlich rei-nigen zu können.

Die förmliche Wahl Ruprechts ging auf dem Kbnigstuhlzu Rcnse noch im August vor sich. Ruprecht von der Pfalzhatte seine Stimme dem Churfürsten Johann übertragen. Letz-terer besorgte nun, in seinem und seiner Collcgen Namen, dienöthigen brieflichen Mittheilungen des Geschehenen an sämmt-liche Rcichsstände; von daselbst ging es, mit dem neuen Kö-nig an der Spitze, über den Rhein nach Obcrlahnstcin zurück,wo beide Theile, die Wähler und der Gewählte, sich gegen-seitig noch ferner über die Zukunft beriethen, die feierlichstenZusagen kräftiger Unterstützung gaben, und ihr gemeinsamesSchicksal auf's innigste an einander ketteten. Auch der Pabst,das römische Volk, die Rcichsvikaricn in Italien und verschie-dene Städte und Staaten der Halbinsel wurden ohne Zö-gern von dem Unternehmen des größer» Theils der teutschenFürsten brieflich in Kenntniß gesetzt. Allenthalben wirkte undleitete der Erzbischof von Mainz, entschlossen, sein Werk umjeden Preis durchzusetzen und zu vollenden.

Nicht alle Fürsten und Stände jedoch billigten, was zuFrankfurt, Rense und Oberlahnstein geschehen; viele derselbenentrüstete des Nassauers Uebermuth und der rheinischen Chur-fürsten anmaßungsvolle Diktatur; noch blieben Wenzeslavviele Freunde und Verbündete, welche bei gehöriger Verwen-dung den Sachen eine ganz andere Wendung gegeben habenwürden. Eine drohende Haltung nahmen besonders der Bru-der und Vetter des Königs, Sigmund von Böhmen uüd Jostvon Mähren, an. Allein der böse Stern Wenzels, welcherzur Unzeit ihn träg und geizig zugleich handeln ließ, vereitelteauch diese Hoffnung wieder. Der König vergaß im Armeschöner Dirnen und bei Sang und Klang alle Widerwärtig-