Druckschrift 
2 (1832)
Entstehung
Seite
35
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Domkapitel und allerlei machtige Freunde für sich. Der Nassauergab seine Sache gleichwohl nicht so leicht auf und er beschloß,dieselbe auf dem eigentlichsten und fruchtvcrhcißcudsicnGcbicte,in Rom selbst, persönlich zu betreiben. Mit Geldern, Fami-liären und Empfehlungsschreiben (besonders von den MainzerBürgern selbst, denen er auf den Fall des Sieges Bestätigungsämmtlicher alten und Erthcilung neuer Privilegien gesicherthatte) versehen, reiste er nach Rom, im 1.1297. Der PabstBonifaz IX. empfing ihn mit vielem Wohlwollen, zog ihn inseine und der Kardinäle Privatgesellschaft, und fand die Gründe,welche Johann für seine Wahl geltend gemacht, so unwider-stehlich, daß er ihm, noch zu Anfang gedachten Jahres, dieProvision auf das Erzstift ertheilte und alsbald an die Suf-fragaue in Mainz die nöthigen Schreiben deßhalb erließ. DieGcgenparthci sprengte aus: um 50,000Gl.— und dann wieder um70,000 Dukaten — habe der Graf von Nassau das Oberhauptder Kirche und die Kardinäle bestochen. Seine Anhänger da-gegen erklärten: der Pabst habe deßhalb die Provision soschnell ihm ertheilt, weil er, nicht gerechnet die größer» Gci-stcsfähigkciten des Nassauers, ein im Konkordatstreit vielfachin Zweifel gezogenes Recht nach Erzbischof Kourads Tod durchdies Faktum habe geltend machen wollen.

Trotz der päbstlichen Bestätigung hätte Johann nichtsdcstowcnigcr seinen Vortheil beinahe wieder eingebüßt, in Folgeder thätigen Ränke seiner Widersacher. Diese schickten nerv-lich einen gewandten Unterhändler, Burtincck, an die Lom-barden, welche dem Grafen auf Handschrift und Bürgschafthin eine große Summe Geldes auf vier Monate vorgeschossenhatten, und überredeten sie: Johann von Nassau sey ein ar-mer Herr und werde wohl schwerlich die Schuld jemals be-zahlen können. Die Lombarden entschlossen sich hierauf, denGrafen verhaften zu lassen; aber er entging ihren Händenglücklich und hielt sich so lange in kluger Verborgenheit, biser eine neue Verschrcibung zu Stande gebracht und durch das